B10 Protest gegen B 10-Ausbau

Neu-Ulm / JURGEN BUCHTA, LISA SPORRER 30.01.2015
Am Landschaftsverbrauch für die B-10-Erweiterung in Richtung A 7 scheiden sich die Geister. Der Bund Naturschutz hat gestern gezeigt, wie breit die Schneise wird. Und in Pfuhl gibt es eine Bürgerinitiative.

Zwölf Meter breit ist die schwarze Folie, die die Landwirte Erwin Nusser und Martin Moser gestern Nachmittag zusammen mit einem Dutzend Mitglieder des Bunds für Naturschutz (BUND) auf dem Acker neben der B 10 ausgebreitet hatten. So weit würde sich eine auf vier Spuren ausgebaute Straße in die Landschaft fressen, erklärte Bernd Kurus-Nägele, Geschäftsführer der BUND-Kreisgruppe Neu-Ulm. Allerdings nicht auf der Seite, wo die Folie gestern lag. Sondern südlich der B 10, wo sich – in der Nähe der Breitenhofstraße – ein Erdwall befindet.

Mit der Aktion protestierten die Versammelten gegen den geplanten „autobahnähnlichen Ausbau“ der Straße, den sie an der Stelle für überflüssig und schädlich für die Natur halten. Lediglich am späten Nachmittag, wenn die Mitarbeiter der Firmen im Neu-Ulmer Industriegebiet Feierabend haben, staue sich der Verkehr in Richtung Osten.

Ursache sei aber nicht zweispurige Straße. Sondern die Ampeln an der Autobahnauffahrt Nersingen. Deshalb schlagen sie vor, den B10-Abschnitt zwischen der Autobahnauffahrt und der Abzweigung nach Burlafingen vierspurig auszubauen. Und die restliche Strecke bis zu Breitenhofstraße so zu belassen wie sie heute ist. Allerdings sollte dort Tempo 80 und ein Überholverbot eingeführt werden.

Auch in Pfuhl organisiert sich der Widerstand. Dort trafen sich am Donnerstagabend auf Einladung von Walter Zerb von den Grünen jene, die den Ausbau ablehnen. Mehrere Szenarien kamen an diesem Abend zur Sprache, die Alternativen zum geplanten vierspurien Ausbau der B 10 zwischen der Breitenhofstraße und dem Autobahnanschluss der A7 darstellen könnten.

Favorisiert werde, auch im Neu-Ulmer Rathaus, den A 7-Anschluss zu einem großen Kleeblatt umzubauen. Diese Verteilerfahrbahn sei mit jeweils zwei abgehenden und auftreffenden Rampen sowie einer Ein- und Auffahrt ziemlich aufwendig. Die Lösung würde aber die Verkehrslage entspannen, waren sich die Gegner des Ausbaus in Pfuhl einig. Deshalb brauche man die Straße, die bisher für 20.000 Fahrzeuge gedacht sei, nicht für dann 70.000 Autos konzipieren.

„Das Wachstum auf den Straßen kommt dann nicht mehr aus der Region; hier soll künftig der Fernverkehr durchgeschleust werden“, behauptete Zerb. Dass die Experten in Krumbach von 40.000 Fahrzeugen pro Tag sprechen, konnte in Pfuhl niemand verstehen. Die letzte Verkehrszählung 2010 habe doch ein tägliches Verkehrsaufkommen von 17.500 Fahrzeugen erbracht.

Für den etwa 29 Millionen Euro teuren Ausbau des 5,5 Kilometer langen Streckenabschnitts werden den Plänen nach rund 25 Hektar Land aus Privatbesitz benötigt. Aber mit einer parallel verlaufenden Straße, die dann für die langsamen landwirtschaftlichen Fahrzeuge nötig werde, rechnet Siegfried Miller vom Bauernverband mit rund 40 Hektar, die notwendig sein werden.

Um gegen den Ausbau besser vorgehen zu können, schlossen sich in Pfuhl etwa 20 Bürger zu einer Bürgerinitiative zusammen. „Ich denke, wir werden noch großen Zulauf bekommen", sagte Zerb voraus.

Das nächste Treffen findet am Dienstag, 10. Februar, um 19.30 Uhr wieder in der Seehalle statt. Dann soll der Vorstand gewählt werden.

Am Dienstag beginnt die Anhörung zum B 10-Ausbau

Verfahren Am Dienstagvormittag, 3. Februar, beginnt die Regierung von Schwaben um 9 Uhr in der Gemeindehalle in Nersingen mit dem Anhörungsverfahren zum geplanten vierspurigen Ausbau der B 10 zwischen der Breitenhofstraße und der Autobahnanschlussstelle Nersingen. Die Pläne lagen vom 21. Oktober bis 20. November 2014 in Neu-Ulm öffentlich aus. Die vom Bauvorhaben betroffenen Bürger konnten bis zum 4. Dezember ihre Einwendungen vorbringen. Parallel dazu hat die Regierung weitere Fachstellen und Verbände beteiligt. Die eingegangenen Stellungnahmen werden in der Anhörung am Dienstag besprochen. Die Regierung weist darauf hin, dass dieser Termin nichtöffentlich ist. Teilnahmeberechtigt sind nur diejenigen, die die Einwendungen vorgebracht haben.

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