Ulm Projektgruppe für ein Haus des Jugendrechts startet

Ulm / EB 28.05.2015
Bei einem Treffen im Rathaus Ulm haben Bürgermeisterin Iris Mann, Polizeipräsident Christian Nill und der Leitende Oberstaatsanwalt Christof Lehr eine Projektgruppe zur Einrichtung eines Hauses des Jugendrechts in Ulm gegründet.

Auch der Alb-Donau-Kreis signalisiert Interesse, sich zu beteiligen. Im Haus des Jugendrechts arbeiten Staatsanwaltschaft, Jugendsachbearbeiter der Polizei und städtische Jugendgerichtshilfe unter einem Dach, um Fälle von Jugendkriminalität effektiv zu bearbeiten und rasch auf problematische Entwicklungen einzelner Straftäter reagieren zu können. "Wir setzen stark auf den präventiven Charakter", betont Mann. Sie geht davon aus, dass durch eine zeitnahe und am Einzelfall orientierte Zusammenarbeit Eskalationen im kriminellen Verhalten gemindert werden können.

Das ist auch das Ziel von Staatsanwaltschaft und Polizei. Das Konzept biete die Möglichkeit, jungen Menschen, die mit dem Gesetz in Konflikt geraten sind, die Konsequenzen ihres Tuns zu verdeutlichen, ihnen aber zugleich passgenaue erzieherische Hilfe anzubieten, meint Lehr. Ulm ist laut Polizeipräsident Nill zwar kein Schwerpunkt der Jugendkriminalität. Trotzdem sei ein gemeinsames Vorgehen sinnvoll.

Die Ulmer SPD-Ratsfraktion begrüßt unterdessen diese Entwicklung. Sie hatte die Idee im September mit Richtern, der Polizei und Justizminister Rainer Stickelberger diskutiert und die Einrichtung eines solchen Hauses bei OB Ivo Gönner beantragt. "Auch im Jugendhilfeausschuss haben wir uns vehement dafür eingesetzt - schön dass es nun vorwärts geht", sagt Stadtrat Martin Ansbacher. "Die Bedenken der Juristen, die Einrichtung könnte Arbeitskräfte von anderen Aufgaben abziehen, nehmen wir ernst", ergänzt Kollege Martin Rivoir.

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