Ortsgeschichte Projekt Heimatmuseum für Wiblingen

Wiblingen / Verena Schühly 29.08.2018

„Die Idee  haben wir schon lange, aber für eine Umsetzung fehlt es an Räumen“, sagt Ulrike Häufele auf die Frage zum Stand des Projekts „Heimatmuseum Wiblingen“. Die Lokalhistorikerin ist Mit-Initiatorin des Projekts, das seit ein paar Jahren besteht. Zu Häufeles Bedauern findet sich in der Verwaltung kein Widerhall bezüglich des Vorschlags, ein Haus in der Schloßstraße als Museum ins Auge zu fassen. Das Haus ist über die UWS vermietet und müsste vorher saniert werden.

„Es wäre für Wiblingen wichtig, einen Ort zu haben, um Dinge festzuhalten. Sonst geht das Wissen verloren“, erläutert Häufele. Denn nach der Säkularisierung war das Klosterdorf auf sich allein gestellt und musste sich selbst organisieren. Diese Entwicklung festzuhalten, sieht Häufele als bedeutsam an. Beispielsweise: Wann gab es erstmals Strom? Wann wurden die Vereine gegründet? „Heute leben rund 16 000 Menschen aus 89 Nationen im Stadtteil. Da wäre ein Heimatmuseum eine Möglichkeit zur Identitätsstiftung mit dem Ort, an dem sie leben.“

Seit 2011 gibt es mit dem Förderkreis zur Erhaltung der Wiblinger Kapellen, Bildstöcke, Flurkreuze und Kleindenkmale einen eigenen Verein, der sich der Historie des Stadtteils annimmt. Häufele gehört zum Vorstand. Ein eigener Arbeitskreis des Vereins kümmert sich um das Projekt Heimatmuseum. Trotz erfolgloser Raumsuche ist der Kreis aktiv. So hatte es 2015 eine Ausstellung zum Kriegsende vor 70 Jahren in Wiblingen gegeben. Für Herbst ist die nächste Aktion geplant: Eine Ausstellung über den Wiblinger Maler Max Ott (1908 bis 1983). „Bisher gibt es nur sehr wenig über ihn“, sagt Ulrike Häufele.

Werke aus Privatbesitz

50 Werke aus Privatbesitz hat der Förderkreis schon zusammen. Die Ausstellung wird im Kapitelsaal des Klosters  stattfinden und am Mittwoch, 31. Oktober, um 18 Uhr eröffnet. Dann ist die Ausstellung bis Sonntag, 4. November, täglich von 10 bis 17 Uhr zu sehen.

Für die Ulmer CDU hat der geschichtsinteressierte Stadtrat Hans-Walter Roth jüngst angekündigt, die Fraktion werde das Projekt Heimatmuseum im Ulmer Süden unterstützen. Ulrike Häufele freut sich darüber und macht klar: „Wir haben einen langen Atem.“ Vielleicht könne es ja eine räumliche Lösung auch im Klostergebäude geben, falls die Akademie für Gesundheitsberufe nicht den ganzen Platz brauche, den bislang das Altenheim belegte und den die Stadt ans Land zurückgibt.

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