Das kann ja heiter werden. Wurde es auch. "Was Frauen wollen" mit dem Untertitel "Ein erneuter Versuch, den Schleier zu lüften" ist ja auch ein ergiebiges Thema. Worum geht es vor allem? Um Männer. Aber auch um Träume, Hoffnungen, Nöte, Alter, Ehe, Sex, Problemzonen, Zickengehässigkeiten. Ein Spaß, der viele Klischees bedient, aber ladylike und flott von Heinz Koch fürs Theater Neu-Ulm inszeniert wurde.

Die Collage aus pointenreichen Sketchen, Witzen, Sprüchen ("lieber Orangenhaut als gar kein Profil") und Songs wie "Schlange am Damenklo" handelt von einem Wochenende im Kloster: schweigen und heilfasten. Aber Frauen und schweigen? Claudia Riese, Carolin Gutting (Gitarre) und Regina Hellmann (Klavier) gönnen sich lieber eine Auszeit vom Schweigen, reden und singen beim Seelenstriptease an der Bar (Bühne: Günter Brendel), was das Zeug hält.

Worauf alle am meisten Appetit haben? Auf den Kellner (Jermaine Wolff). Der ist jung, muskulös, tätowiert, ein Sixpack im Achselshirt.

Comedy oder Theater? Egal, jedenfalls eine Eigenproduktion von Luise Häberle, dem Alter Ego Claudia Rieses, die eine wunderbar kracherte echte schwäbische Schwert-Gosch gibt. Wie sie als alte Witwe grau, schrullig auf dem Friedhof ihre tüttelige Freundin Gertrud (Carolin Gutting) trifft, die ebenfalls mehrere Ehemänner unter die Erde, besser um die Ecke gebracht hat, ist ein Knaller. Die Lachtränen fließen.

Die Damen verstehen sich auf das komödiantische Spiel - auch mit dem Publikum: Sie wechseln Alter, Charakter und Marotten so schnell wie die Klamotten. Überzeugend auch die junge Lena Böhm, das kesse "Sahneschnittchen" im gekonnt singenden Damen-Quartett. Wobei die fetzigen Melodien und frechen Texte (meist von der Gruppe "Eure Mütter") bestens passen. Gut kamen die Männer insgesamt nicht weg, das eigene Geschlecht aber auch nicht. Heftiger Beifall.

"Was Frauen wollen" zeigt das Theater Neu-Ulm wieder von Donnerstag bis Samstag, jeweils 20 Uhr, und am Sonntag, 17 Uhr.