Prächtiger Dreier-Klang in Oberelchingen

GOTTFRIED LOTHAR 22.05.2013

Bei Sonnenschein erstrahlte am späten Montagnachmittag das Innere der prächtigen Klosterkirche Oberelchingen und bot somit für ein festliches Pfingstkonzert den ansprechenden Rahmen. Mit einem "Gaudeamus omnes" des frühbarocken Komponisten Tarquinio Merula begann das Programm mit Thomas Haller, Johann Konnerth und Jasmin Seclaoui im Altarraum an der historischen Chor-Orgel.

Alle weiteren Stücke wurden dann auf der Hauptorgel von 1910 dargeboten, wobei der renommierte Organist Thomas Haller für jedes Stück die wunderbar passende Registrierung zu finden wusste und somit sehr viele Klangfacetten des schönen Instrumentes vorstellen konnte.

Beim einzigen Stück, welches einen direkten Bezug zum Pfingstfest hatte, beim vorletzten der Leipziger Choräle von Bach-Vater, "Komm, Gott Schöpfer, heiliger Geist", zeigte Haller seine herausragenden Fähigkeiten bei der Interpretation dieses kleinen Meisterwerks. Aber auch die Modernitäten im Kompositionsstil des Sohnes Carl Philipp Emmanuel in der Sonate g-Moll kostete er deutlich aus. Im Zusammenspiel mit dem wieder einmal gewohnt brillanten Solotrompeter im Philharmonischen Orchester Ulm, Johann Konnerth, gelang mit dem himmlischen Largo im Trompetenkonzert B-Dur von Vivaldi der Höhepunkt des Konzertes.

Mit durchaus auch weltlichen Arien war die Ulmer Sängerin Jasmin Seclaoui die Dritte im Bunde. Das Oratorium "Samson", die "Geburtstagshymne für Queen Anne" und "Rinaldo" von Händel sowie ein Liebeslied aus einer Cesti-Oper boten der Sängerin Gelegenheit, sehr stilsicher ihre Stimme in den Zusammenklang mit Trompete und Orgel zu bringen. Ihr flatterhaftes Vibrato trübte den schönen Eindruck auch bei zwei Arien von Bach. Als Zugabe sangen und spielten die drei Künstler das ironische Liebeslied von König Xerxes an eine Platane, das "berühmte" Largo von Händel.