"Das ist mein Beitrag zum Münsterturmjubiläum", sagt Florian Schröder und hält einen Siebdruck in die Höhe. Darauf zu sehen ist eine Weltkugel mit Schnauzer und sehr großer Brille. In ihrem Mund steckt eine Tröte. Das Ulmer Münster sitzt wie ein Partyhut obendrauf. Genau so will Schröder sein Werk verstanden wissen: "Die Erde feiert, weil das Münster Geburtstag hat."

Die Figur mit der Brille ist Schröders Markenzeichen. Er hat sie schon in viele seiner Werke eingearbeitet, die er unter der Marke Wokasoma präsentiert. Sie ist das Alter Ego des Heroldstatters. Zum ersten Mal auf Papier gebracht hat er die Figur vor gut zehn Jahren. Damals ließ er sie auf Aufkleber drucken, die er in Ulm verteilte. "Das war wie Graffiti", sagt Schröder. Statt auf Laternenpfosten ist die Kunstfigur heute eher in Galerien anzutreffen, zuletzt bei Tobias Schrade, bei dem von Ende Februar an auch die Siebdrucke erhältlich sind.

Schröder verweist in seinen Werken gerne auf andere Künstler. So hat er in den Siebdruck etwa einen Holzschnitt des Ulmer Münsters von Gottlob Theuerkauf aus dem Jahr 1890 eingearbeitet. Der 34-Jährige ist allerdings nicht nur Reproduktions- und Pop-Art-Künstler. Seinen Lebensunterhalt verdient er mit der Produktion von Werbekampagnen. Mit zwei Freunden, Martin Schubert und Marc Hörger, betreibt er außerdem die Synthie-Pop-Band Opus Leopard.

Schröder ist der Sänger und Texter der Gruppe. "Unsere Musik huldigt dem schönen Schein und soll eine Art euphorisierte Weltuntergangsstimmung widerspiegeln", sagt er. Am liebsten wäre es ihm, sie auch in 30 Jahren noch aus dem Radio schallen zu hören. Der Sound von Opus Leopard ist eingängig und erinnert an die Hits des österreichischen Musikers Falco.

Die Musikvideos produziert Schröder selbst. Für ihn sei das ein weiteres Feld, auf dem er seine Kreativität ausleben könne. Das Debütalbum von Opus Leopard "Futter für die Götter" ist seit heute auf dem Markt.

Info
Der Siebdruck ist von 23. Februar an in der Galerie Tobias Schrade und im Stadthaus erhältlich. Zehn Prozents des Preises (125 Euro) gehen an den Münsterbauverein. Das Album "Futter für die Götter" gibt es bei Amazon, Spotify und unter www.wokasoma.com