Wer diesen Herbst modisch vorne mit dabei sein will, kommt um einen Trend nicht herum: Ponchos und Capes sind zurzeit überall zu sehen. Der praktische Überwurf hat sich zum echten Trendstück für die windige Jahreszeit gemausert.

Doch macht man sich in den Geschäften Ulms auf die Suche nach diesen Kleidungsstücken, kommt schon mal Verwirrung auf. Was ist denn eigentlich der Unterschied zwischen Poncho und Cape? Nun: Der klassische Poncho ist ein großes, viereckiges Tuch mit nur einem Schlitz, durch den man den Kopf steckt. Ursprünglich wurde er in Südamerika vor allem von Farmarbeitern zum Schutz gegen Wind und Wetter getragen. Die aktuelle Mode interpretiert das Kleidungsstück etwas freier; die Ästhetik steht im Vordergrund. Oft findet man Ponchos, die vorne offen sind und kunstvoll drapiert werden.

Das Cape (zu Deutsch: Umhang) hingegen ist oft mit einem Kragen, der mit Fell besetzt sein kann, mit einem Reißverschluss oder Knöpfen versehen und einem Mantel nicht unähnlich. Außerdem hat es zusätzliche Öffnungen für die Arme und gibt mehr Bewegungsfreiheit als ein Poncho. Meist aus dickerem Stoff hergestellt, erinnert das Cape in seiner klassischen Form ein bisschen an Rotkäppchens Mantel. Während Ponchos tendenziell eher zur Freizeitkleidung zählen, sind Capes durchaus businesstauglich.

Die Kombinationsmöglichkeiten beider Kleidungsstücke sind vielfältig. "Man kann einen Poncho nicht nur im Herbst über einem Langarmshirt oder dicken Pulli tragen, sondern auch im Winter über der Jacke locker um die Schultern drapieren", sagt Diana Heckel, die im Modehaus Wöhrl in der Hirschstraße in der Abteilung für junge Mode arbeitet. Und weiter: "Ponchos und Capes kann man in jedem Alter tragen, die unterschiedlichen Schnitte, Muster und Farben bieten für jeden Geschmack etwas."

Die Auswahl an Designs ist groß: Ob klassisches Ethno-Muster, das noch auf den peruanischen Ursprung des Kleidungsstückes verweist, knallige oder gedeckte Unifarben, bedruckt, gestrickt oder mit Zopfmuster, mit und ohne Fransen - erlaubt ist, was gefällt. Die Auswahl an Stoffen ist ebenso vielfältig: Wollstoffe, Cashmere, Polyacrylfaser oder eine Mischung all dieser werden verarbeitet. Eines sollte man beim Tragen der kuschligen Überwürfe jedoch stets beachten: Ein Hingucker pro Outfit genügt. Hat der Poncho eine knallige Farbe oder ein auffälliges Muster, sollten die übrigen Kleidungsstücke schlicht ausfallen. Farbenfrohe Ethno-Muster plus gestreifte Hose ist zu viel des Guten. Am besten trägt man Cape und Poncho lässig zur engen Jeans oder edel zum Bleistiftrock mit Strümpfen, gerne auch mit Taillengürtel.

"Poncho zur Abendgarderobe ist inzwischen auch möglich, man sollte dann aber auf einen passenden Stoff und dezente Farben setzen, sonst wirkt das Outfit schnell überladen und das Abendkleid geht unter", erklärt Heckel. Kleineren Frauen rät sie zur kurzen Variante, da sonst die Beine optisch verkürzt würden. Goße und zierliche Frauen dürften gerne zu voluminösen und langen Variante greifen. Vorsicht ist allerdings bei einer großen Oberweite geboten. Der viele Stoff lässt die Brust zusätzlich größer wirken, der Oberkörper kann schnell fülliger wirken, als er eigentlich ist.

Was sagen die Männer zum Modetrend Überwurf? Martin Stahl (27) findet den Trend gut und sagt: "Ich verstehe eher die Frauen nicht, die bei niedrigen Temperaturen kaum Stoff tragen und frieren, nur weil sie vielleicht meinen, das sieht besser aus."

Alfred Schütz (42) ist in der Ulmer Fußgängerzone mit seiner Frau Nicole unterwegs, die auch gerne Poncho trägt. Er erzählt: "Als meine Frau vom Einkaufen damit zurückkam, wusste ich nicht, was das sein soll. Am Kleiderbügel sieht das schon komisch aus, angezogen finde ich es aber gut."

Doch nicht allen Männern scheint der Herbsttrend zuzusagen. Markus Bauer (21) urteilt darüber so: "Meinen Geschmack trifft es nicht. Man kann die Figur der Frau unter so viel Stoff gar nicht mehr erkennen."