Neu-Ulm Piraten stellen Kandidaten für Land und Bezirk

Neu-Ulm / YEL 06.08.2012

Alles will geübt sein, auch das Wählen. So hatte die Piratenpartei Neu-Ulm gestern einige Anfangsschwierigkeiten zu bewältigen, bevor sie ihre Direktkandidaten für die Landtags- und Bezirkstagswahl 2013 gewählt hatte - erstmals in eigener Regie. Nachdem sich die Piraten durch die Bürokratie gequält hatten, ging es aber flott weiter: Von den 13 Anwesenden waren 8 stimmberechtigt, was langes Auszählen ersparte. Da je nur ein Kandidat für Land- und Bezirkstag zur Verfügung stand, ging auch die Vorstellungsrunde schnell.

Für den Landtag hatte sich Michael Proißl beworben, 33 Jahre alt, im Moment arbeitssuchend, zuvor war er als System Builder bei einem Computerfachgeschäft beschäftigt. Seine Rolle als Politiker sieht Proißl so: "Ich möchte mich dafür einsetzten, dass jeder Bürger Zugang zu schnellem Internet hat." Alle acht Piraten gaben ihm ihre Stimme, genau wie dem Kandidaten für den Bezirkstag, Wilhelm Gasser. Der ist 52 Jahre alt und arbeitet als Justizbeamter im Amtsgericht Neu-Ulm. Gasser, der schon seit 2007 Parteimitglied ist, will sich im Bezirkstag für Bürgerrechte und Transparenz einsetzen. Auch die Drogenpolitik sieht er im Argen: "Es kann nicht sein, dass eine gefährliche Droge wie Alkohol legal ist und eine ungefährlichere wie Marihuana illegal", sagt er. Gasser plädiert für "Drogerien" im Wortsinn, Einlass gibt es nur mit Ausweis, der einen zudem zum Kauf einer bestimmten Droge berechtigt - oder auch nicht. Zigaretten würde es ebenfalls nur in diesen Läden geben. Ziemlich piratenuntypisch fällt das Wort "Netz" bei Gasser nicht. Zur Partei ist er gestoßen, weil "ich mich von den Altparteien nicht mehr vertreten gefühlt habe".

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