Ulm Pferdefleisch-Skandal: "Das ist Betrug am Kunden"

Ulm / YASEMIN GÜRTANYEL 25.02.2013
Lasagne aus Pferdefleisch? Im Grunde nicht schlimm, meinen Ulmer Wochenmarktbeschicker. Nur sollten die Kunden wissen, was sie kaufen.

"Pferdefleisch ist eigentlich nicht schlecht", sagt Udo Springer, der mit seinem Stand mit Wurstwaren aus Bad Saulgau zum Ulmer Wochenmarkt fährt. "Aber in dem aktuellen Fall ist eindeutig Betrug gegeben". Die Kunden müssen wissen, was für ein Fleisch sie kaufen, betont er - was bei seinen Waren gegeben sei. "Ich weiß zu hundert Prozent, was in meiner Wurst ist", sagt er. Ganz wenige seiner Kunden würden ihn wegen des Pferdefleisch-Skandals ansprechen. "Von hundert vielleicht drei oder vier", sagt er.

Horst Schade, einer seiner Stammkunden, vertraut Udo Springers Wurst und Fleisch und kommt mit seiner Frau extra aus Bad Überkingen, um auf dem Ulmer Wochenmarkt einzukaufen. Ansonsten hat er seine eigene Schäferei. "Da kenne ich die Viecher von klein auf, besser geht es nicht."

Die Verantwortung liegt beim Kunden sieht Corinna Döner, die Produkte des Geflügelhofs Kaiser aus Öllingen verkauft. "Was passiert ist, ist schlimm, aber die Leute sind auch selbst schuld", sagt sie. Sie benutze keine Fertigprodukte, "daher weiß ich, was in meinem Essen ist". Zudem käme es den meisten nicht auf die Qualität des Fleisches an. "Hauptsache billig, an die Tiere denkt keiner", kritisiert sie. Das Geflügel vom Öllinger Hof komme aus Bodenhaltung.

Das Fleisch seiner eigenen Tiere verkauft auch Wolfgang Götz aus Ehingen, auch das Futter baut er selbst an. "Ich habe kein Problem wegen des Skandals", sagt er. "Meine Kunden wissen, dass sie bei mir nicht fragen müssen, woher das Fleisch kommt."

Anneliese Scheck, verkauft mit ihrer Tochter Natalie ebenfalls Fleisch vom eigenen Hof, auch die Metzgerei ist hofeigen. Über das versteckte Pferdefleisch in Fertigprodukten findet sie deutliche Worte: "Das ist eine Sauerei und Betrug am Kunden."