Aufregung im Getränkemarkt Finkbeiner: In der Filiale beim B’scheid in der Blaubeurer Straße soll ein Mitarbeiter am Freitagabend einen Flaschensammler abgewiesen haben. Dies berichtet ein Augenzeuge, der sich an unsere Zeitung gewandt hat. „Der Mitarbeiter hat die Pfandflaschen des Mannes nicht angenommen – mit der Begründung, dass er keine leeren Kisten mehr habe“, erzählt er, „aber es gab noch genügend.“ Er sei eine Stunde später noch einmal zurück in den Laden gegangen, um die Angestellten zur Rede zu stellen. „Die sind dann aber aggressiv geworden.“ Am nächsten Tag ruft er bei der Zentrale des Unternehmens an – und schildert den Vorfall auch in der Facebook-Gruppe „Du weißt, dass du aus Ulm/Neu-Ulm bist…“. Dort reagieren viele User empört.

Doch was ist tatsächlich dran an der Geschichte? Nichts, sagt Filialleiter Roland Puskaric – und fügt hinzu: „Zu uns kommen zahlreiche Flaschensammler, viele von ihnen kennen wir persönlich.“ Auch Gabriele Finkbeiner, Inhaberin der Finkbeiner GmbH, ärgert sich über die Anschuldigung. „Das hat bei uns wahnsinnige Wellen geschlagen und entspricht einfach nicht der Wahrheit“, sagt sie.

Mitarbeiter: Abend verlief etwas anders

Sie habe ausgiebig mit dem betroffenen Mitarbeiter gesprochen. Nach dessen Erzählung ist der Abend etwas anders verlaufen: So sei zwar am Freitagabend ein bekannter Flaschensammler in den Laden gekommen und wollte vierzig Mehrweg-PET-Flaschen abgeben. Doch die zugehörigen Rahmen fehlten. Der Angestellte habe ihn gebeten, am nächsten Tag wiederzukommen. Finkbeiner betont: „Es gab zwischen den beiden keine Missstimmung.“ Kurz nach Geschäftsschluss sei am Freitag dann ein weiterer Mann in den Markt gekommen. „Die Eingangstür stand wegen der Hitze noch offen, die Filiale war jedoch bereits geschlossen. Um diese Uhrzeit nehmen wir keine Waren mehr an.“ Dies wollte der Kunde allerdings nicht akzeptieren. „Er war so laut und ungehalten, dass der Angestellte ihn des Ladens verwiesen hat.“

Im Getränkemarkt Finkbeiner herrscht Rücknahmepflicht von Getränke-Einwegverpackungen im DPG-System.
© Foto: Screenshot Finkbeiner

Wie es zu den unterschiedlichen Wahrnehmungen kam, kann Finkbeiner sich nicht erklären. „Unser Mitarbeiter wird beschuldigt, sich diskriminierend und gesetzeswidrig verhalten zu haben“, meint sie, „für uns ist das üble Nachrede.“ Ihr ist wichtig: „Wir behandeln jeden gleich und machen keine Unterschiede.“ Dem unzufriedenen Kunden hat sie angeboten, persönlich Kontakt mit ihr aufzunehmen. „Dann können wir noch einmal über den Vorfall sprechen.“

Finkbeiner schickt interne Arbeitsanweisung an Mitarbeiter

Ob nun wahr oder nicht: Konsequenzen hat das Unternehmen dennoch aus der Geschichte gezogen – und an alle Mitarbeiter eine interne Arbeitsanweisung zur Pfandannahme geschickt. Darin wird noch einmal darauf hingewiesen: „Einweg-Getränkeverpackungen (PET-Flaschen und Dosen) mit dem Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH (DPG) sind gemäß den gesetzlichen Bestimmungen grundsätzlich immer zurückzunehmen.“ Außerdem: „Bei größeren Mengen und in Stoßzeiten muss der Kunde gegebenenfalls Wartezeiten in Kauf nehmen. Selbstverständlich sollte dies ohne jegliche Provokation immer sehr freundlich und sensibel kommuniziert werden. Keinesfalls werden Kunden wegen Ihres Geschlechts oder Ihrer Herkunft o.ä. unterschiedlich behandelt oder benachteiligt (z.B. ‚Flaschensammler‘).“

Finkbeiner sagt: „Sofern jemand nicht nach diesen Vorgaben arbeitet, werden wir dies natürlich ahnden.“ Dennoch: „Im diesem letzten Fall sehen wir kein Fehlverhalten und verwehren uns gegen unredliche Beschimpfungen und Drohungen gegenüber unseren Mitarbeitern.“

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