Pop Peter Maffay in Neu-Ulm: Altes neu arrangiert

In seinem Element: Peter Maffay.
In seinem Element: Peter Maffay. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / Christoph A. Schmidberger 14.03.2018
Peter Maffay in der Ratiopharm-Arena in Neu-Ulm: Die Zuhörer gehen mit dem Altbekannten in neuen Arrangements mit.

Wenn Peter Maffay mit dem Format „MTV Unplugged“ in der Ratiopharm-Arena haltmacht, dann ist das ein Ereignis. Mehr als 4000 Besucher füllten die ausverkaufte Halle, sie wurden von Maffay, einer 17-köpfigen Showband sowie den Stargästen Johannes Oerding, Philipp Poisel, Django 3000 und Tony Carey knapp drei Stunden lang mit Hits und Klassikern aus Maffays nun schon 48 Jahre währenden Karriere bestens unterhalten.

Trotz des betont frischen Anstrichs, den sich Maffay mit seinen überwiegend jungen Stargästen auf dem jüngsten Live-Album gegeben hat, sind es in der Arena in der Mehrzahl die gemeinsam mit ihm alt gewordenen Fans, die ihn vielleicht sogar schon 1970 bewundert hatten, als er mit „Du“ seinen ersten Nummer-eins-Hit hatte. Sie blieben ihm auch treu, als er sich Ende der 70er vom Schlagerbarden zum Deutschrocker wandelte, der sich in den 80ern mit seinen Geschichten um Tabaluga neue Hörerschichten erschloss.

Seit er 2001 für „Heute vor dreißig Jahren“ das erste Mal alte Hits neu aufnahm, spielt Maffay (68) in unregelmäßigen Abständen den Verwalter seiner eigenen Karriere, der er auch aktuell immer wieder ein paar neue Seiten abgewinnen kann. Mit ihm auf der Bühne saßen ganz alte Weggefährten wie Schlagwerker Bertram Engel, Gitarrist Carl Carlton und Bassist Ken Taylor, aber auch neuere wie die aus DSDS bekannte Linda Teodosiu (26), die neben Backgrundgesang für Maffays aktuelle Single „Leuchtturm“ die Duettpartnerin gab.

Gemeinsam mit Bläsern, Perkussion, Streichern und Klavier kleideten sie Altbekanntes in spannende akustische Arrangements, was stets auf große Resonanz im Publikum traf, das buchstäblich den ganzen Abend vor Begeisterung nicht sitzen bleiben konnte und unermüdlich mitklatschte und -sang. Rock-Legende Tony Carey (64), der 1976 die Keyboards für das legendäre Album „Rising“ von Rainbow eingespielt hatte, überzeugte mit seiner Reibeisenstimme in „Room With A View“ vielleicht noch mehr als die säuselnden Oerding und Poisel.

Dass es öfters mal kein Hörgenuss war, muss man aber der Akustik der Halle und der Abmischung anrechnen, denn die ließen ausgerechnet die lauten Songs zum Soundbrei werden: So war etwa die für „Eiszeit“ geschlagene Bodhrán zwar zu sehen, aber nicht zu hören. Angesichts eines um Wohlklang und akustische Finessen bemühten Unplugged-Kon­zerts ist das wirklich schade. Das reduziert dargebotene „Über sieben Brücken musst du gehen“ zeigte, wie es besser geht und bescherte einen echten Gänsehautmoment.

Das Finale im Zugabenteil war dann elektrisch: Nur Maffay und Stammband mit voll aufgedrehten Amps – das durfte satt dröhnen!

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