Magie Was plant Magier Florian Zimmer in Neu-Ulm?

Harald John 02.01.2018

Florian Zimmer aus Ulm ist ausgebildeter Bankkaufmann, er hat bei der Volksbank Ulm-Biberach in der Oststadt das Handwerk gelernt. Aber mittlerweile geht der 34-jährige Ulmer einer ganz anderen Profession nach: Er ist Magier und Illusionist. Der dynamische Mann, der schon in der Villa von Michael Jackson auftrat und 2005 Europameister der Magie wurde, ist der einzige deutsche Magier, der den „Golden Lion Award“ von Siegfried & Roy erhalten hat.

Momentan plant Florian Zimmer eine große Tournee und treibt seine Pläne voran, in Neu-Ulm hinter dem Dietrich-Theater ein eigenes Theater für magische Vorführungen zu bauen. Die SÜDWEST PRESSE traf ihn auf einen Cappuccino im „Peach Pit“, der Gastronomie des Dietrich-Kino in Neu-Ulm. Wenige Meter weiter, an der Grethe-Weiser-Straße und hinter der Europastraße liegt das Grundstück, auf dem schon in Kürze zehn Millionen Euro investiert werden sollen.

Florian Zimmer, wie zauberhaft wird 2018?

Sehr zauberhaft! 2018 kann ein magisches Jahr werden. Ich plane derzeit meine Tournee und den Bau meines Theaters, in dem meine eigene Show laufen wird.

Wann steigt die erste Show im neuen Theater?

2019, wahrscheinlich im Herbst. Ich rechne mit einer Bauzeit von 15 Monaten. Die Vorweihnachtszeit ist ohnehin die magischste Zeit des Jahres. Momentan habe ich das Baugesuch eingereicht, wenn das durch ist, folgt die Ausschreibung.

Sie bauen ein Zauber-Theater?

Ich baue das Florian Zimmer Theater mit 200 Sitzplätzen, mit einer VIP-Galerie mit sechs Logen, die nur sechs Meter von der Bühne entfernt liegen. Zum 20 Meter hohen Showroom kommen ein großes, acht Meter hohes Foyer, eine Bar, ein Restaurant und ein eigenes Parkhaus. Wenn die Leute bei mir schon buchen und eine lange Fahrt auf sich nehmen, möchte ich Ihnen einen besonderen Abend bieten und sie rundum verwöhnen. Möglicherweise entsteht auch noch ein Hotel in der Nähe.

Klingt sehr mutig. Füllt sich denn so ein 200-Plätze-Theater Abend für Abend wie von Zauberhand?

Magie ist ein großer Magnet! Meine Zielgruppe sind Opa, Oma, die Eltern, Kinder und Enkel. Und auch für Unternehmen ist so eine Location spannend, die ersten Firmen haben schon gebucht. Drei Jahre im voraus! Das Tolle ist, dass ich nicht mehr mit der Show, der Bühne und dem ganzen technischen Equipment anrücken muss, sondern dass die Firmen Logen mieten, die für 8 bis 10 Gäste geeignet sind. Ich werde aber auch alle sechs Logen zusammenlegen können, dann ist dank des flexiblen Systems Platz für größere Veranstaltungen.

Bei einem Neubau können Sie ja richtig vorplanen. Mit doppelten Wänden oder einem geheimen Keller.

(lacht) Es gibt tatsächlich Pläne, die nur die Architektin und ich kennen.

Bei soviel Plänen ist es ambitioniert, auch noch auf Tournee zu gehen.

Ich kann entweder Geschwindigkeit 0 oder 100 Prozent. Meine aktuelle Tournee heißt „Meet the Magic“, ich plane aber auch noch ein Programm namens „ULMglaublich“. Darin wird es Bezüge zu Einstein, zu Berblinger, zum Münster geben. Ulm ist meine Home-Base, mein Theater steht bald in Neu-Ulm, ich blicke immer von der einen auf die anderere Seite. Hier im Wiley-Nord entsteht dann ein Bermuda-Dreieck. Zwischen dem Dietrich-Theater – dem größten Multiplex-Kino Süddeutschlands – der Ratiopharm-Arena und dem Wiley Club liegt dann mein Theater. Neu-Ulm wird Entertainment-City.

Wann haben Sie die Magie des Zauberns entdeckt?

Mit zehn Jahren. Auf einer Geburtstagsparty trat ein Zauberkünstler auf, ich weiß heute noch, das er „Haku“ hieß. Er hat tatsächlich den Trick mit dem Zylinder und dem Kaninchen vorgeführt. Das hat mich total fasziniert, seitdem habe ich davon geträumt, Zauberer zu werden. Damals gab es in Ulm noch einen Zauberladen, da habe ich eingekauft, außerdem standen in der Stadtbücherei zwei Bücher mit Zaubertricks, die habe ich verschlungen. Später erst habe ich bemerkt, wie wahnsinnig schwer es ist, in die Welt der Magier einzudringen.

Mittlerweile lassen sie nicht Hasen, sondern ganze Autos verschwinden.

In meinem Programm „The Magic of Audi“ habe ich bei der Detroit Motor Show einen Audi Q7 zum Schweben gebracht, das hat alle ordentlich verblüfft. Ich arbeite bei solchen Tricks mit den Spezialisten „Samt & Eisen“ aus Hannover zusammen, Magie ist am Ende auch Technologie und Digitales.

Klingt, als ob sie einen Trick nicht mal eben so herzaubern.

Nein, von der ersten Idee bis zur fertigen Illusion können bis zu neun Monate, manchmal aber auch Jahre, vergehen. Der Trick muss erdacht und gezeichnet werden, bis das Konzept steht. Dann gibt es die ersten Mock-ups und die Technik wird konstruiert. Das ist aufwendig, vor allem die vielen Korrekturen, die erfahrungsgemäß danach immer einfließen. So gesehen wird 2018 ein aufregendes und natürlich auch stressiges Produktionsjahr, in dem ich mit meinem Team jede Menge Illusionen konzipieren und realisieren werde. Viel Arbeit und Stress, aber natürlich auch viel Spaß und Erfüllung für mich als darstellenden Künstler.

Was lautet Ihr Motto für 2018?

„Es muss alles magisch sein!“

Zur Person

Künstler Florian Zimmer ist in Hüttisheim geboren. Den Beruf als Bankkaufmann übt der Künstler schon lange nicht mehr aus. Bis er sich entschloss, in Neu-Ulm sein Zaubertheater zu bauen, war unklar, was auf dem mehr als 2000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen dem Parkhaus an der Europastraße und dem Dietrich-Kino-Komplex entstehen kann. Es gehört der Stadt Neu-Ulm, vor Jahren war dort eine Disco vorgesehen. Diese Pläne wurden aber verworfen.