„Das Gelände bietet einfach perfekte Bedingungen für eine Notsituation, wie wir sie jetzt gerade haben“, sagte Martin Frank vom Referat 15 im Regierungspräsidium (RP) Tübingen, das zuständig für die Flüchtlingsaufnahme ist. Er, eine weitere Kollegin sowie Dr. Daniel Hahn, Pressesprecher der Behörde waren gestern Nachmittag vor Ort, als die ersten Busse mit Flüchtlingen die Messehallen in der Friedrichsau erreichten.

Nicht nur sie. Unzählige ehrenamtliche und verantwortliche Helfer des DRK, der Notfallseelsorge – viele geben dafür ihren Urlaub und ihre Überstunden her – , Ärzte des DRK und des Bundeswehrkrankenhauses, Soldaten sowie Dolmetscher aller möglichen Sprachen standen bereit, um sich um die Flüchtlinge zu kümmern. So etwa Najwa Zafir, eine junge 19-jährige Muslimin vom arabisch-deutschen Verein in Ulm, die übersetzte. „Wir sind per SMS informiert worden, dass Hilfe gebraucht wird“, erzählt sie. Für sie ist es keine Frage: „Wir sind als Menschen dazu verpflichtet.“

Die Flüchtlinge kamen in insgesamt 14 Bussen aus Bayern bis in die Nacht nach Ulm und sollen dort bis kommenden Donnerstag in zwei Messehallen unterkommen. Danach geht es für sie weiter nach Mannheim und Heidelberg, um dort die für Asylbewerber üblichen Verfahren zu durchlaufen. Insgesamt sollen es rund 900 sein, sagte Hahn. Woher sie kommen, sei nicht klar. „Sie sind ja nicht registriert.“

„Sie brauchen ein Dach über dem Kopf“, sagte Hahn. Und arg viel mehr ist es auch nicht. Wer die Feldbetten sieht, die ohne einen Zwischenraum in den Hallen aneinander gestellt sind, kann sich in etwa vorstellen, was das für die Menschen bedeutet. Das Land übernimmt die Kosten für den Aufenthalt, der völlig kurzfristig aus Platzmangel in den Erstaufnahmestellen des Landes von der Stadt Ulm organisiert worden ist.

In Ulm sei die Zusammenarbeit der Organisationen und Vereine beispiellos, lobte Hahn. „Sie sind gut aufgestellt. Wir sind einfach froh über das große Engagement hier.“