Der Kontrast könnte kaum krasser ausfallen: Die Stimme aus dem Off kündigt im dramatischen Intro den besten Komiker der Welt an – da tapst mit zerzausten Haaren, dickwandigem Kassengestell auf der Nase und im charakteristisch grob gemusterten Blümchenhemd Dieter Tappert alias Paul Panzer auf die Bühne des Ulmer Congress Centrums. Der liebenswerte Anti-Held aus der Eifel  mit dem zur Kunstform erhobenen Sprachfehler macht sich am Freitag einmal mehr als vom Pech verfolgter Ritter auf, das Glück zu suchen.

Sympathien, Lacher und Szenenapplaus der rund 1100 Zuschauer hat der 46-Jährige rasch auf seiner Seite, wenn er gespielt naiv über seine kaufsüchtige Frau Hilde und ihre „Mädelstage“ spöttelt, oder Sohn Bolle („der Unnötige“) und Töchterlein Susanka (in der „Patty-Phase“) aufs Korn nimmt. Lebensbeichten eines missverstandenen Familienvaters, das Comedy-Dauerthema Partnerschaft und hippe Ernährungstrends, über die er sich kunstvoll näselnd auslässt: Die Suche nach Momenten, in denen das Pech mal nicht die Oberhand hat, strotzt vor Pointen. Die variieren zwischen absehbaren Schenkelklopfern und überraschender, im Zusammenspiel mit den Zuschauern spontaner Situationskomik. Die Gag-Stafetten haben gleichwohl Längen und werden mitunter nur notdürftig vom Grundmotiv des Abends zusammengehalten: der Suche nach dem Glück.

Paul Panzers Pointen-Feuerwerk leuchtet im CCU ausgerechnet dann am hellsten, wenn sich ernstgemeinte Gesellschaftsbetrachtungen bis hin zur Kapitalismuskritik darunter mischen – und das Lachen im Hals steckenzubleiben droht.