Neu-Ulm Partner gebissen und mit Dosen beworfen

MARLENE MÜLLER 23.10.2013
Eine Sendenerin hat eine zweijährige Bewährungsstrafe erhalten. Sie hatte gestohlen, zu viel Sozialleistung bezogen und ihren Partner verletzt.

Unter der Anklage "schwere Körperverletzung in Tateinheit mit Betrug" musste sich eine 34-jährige Frau aus Senden vor dem Amtsgericht Neu-Ulm verantworten. Das Urteil: sechs Monate Haft, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung. Darin berücksichtigte Amtsgerichtsdirektor Thomas Mayer auch eine bereits verhängte Geldstrafe. Diese erhielt die Frau, weil sie in einer Spielothek gestohlen hatte. Mayer wandelte die Geldstrafe um, ließ sie in die Bewährungsstrafe miteinfließen.

Bei den beiden gestrigen Anklagepunkten war die vierfache Mutter geständig. Zum einen hatte sie im Juni ihren 34 Jahre alten Lebensgefährten beim Bahnhof in Illertissen mit vollen Getränkedosen beworfen. Damit nicht genug: Sie soll den Mann auch in den Arm gebissen haben - dem Gericht lagen Fotos vor, die die Verletzung dokumentierten. Die Frau sagte aus, sich nicht erinnern zu können, ihren Freund gebissen zu haben - könne das aber auch nicht ausschließen.

Der zweite Anklagepunkt betraf Sozialleistungen, die das Arbeitsamt der Frau gewährt hatte. Im laufenden Jahr hatte sie dem Amt ihre neue Arbeitsstelle nicht gemeldet. Deshalb erhielt sie rund 1100 Euro mehr, als ihr zustanden.

Zum Zeitpunkt der Verhandlung hatte die Frau bereits acht Eintragungen im Strafregister. Sie hat keinen Beruf erlernt, arbeitet häufig bei wechselnden Arbeitgebern, zum Beispiel als Reinigungskraft. Als Kind kam sie aus der Türkei nach Deutschland, heiratete mit 16, bekam zwei Kinder. Sie trennte sich von ihrem Mann und hat mit ihrem neuen Partner zwei weitere Kinder.

An dem Tag, als sie diesen neuen Freund attackierte, war das Paar im Jugendamt. Anschließend gab es Streit. Er habe sie provoziert und beleidigt, sagte die Sendenerin. Sie beklagte, dass nur sie belangt werde, wohingegen ihr Partner ungeschoren davonkomme. Der 34-Jährige hatte ebenfalls Strafantrag gestellt, den er jedoch vor der gestrigen Verhandlung zurückzog. "Die Sache zwischen uns hat sich wieder beruhigt", sagte er dem Gericht.

Kurios: Der Mann hatte im April selbst einen Strafbefehl erhalten, weil er seine Partnerin geschlagen haben soll. Der Konflikt zwischen den beiden war gestern noch nicht beendet. Heftig streitend verließen sie den Gerichtssaal.