Hoher Parkdruck, angespannte Autofahrer, Politessen, die sich beschweren, wie mit ihnen umgegangen wird: „Es ist eine sehr schlechte Stimmung“, fasste Roland Häußler, Leiter der Ulmer Bürgerdienste, die aktuelle Verkehrssituation in der jüngsten Sitzung der RPG Mitte/Ost zusammen. Zusammen mit Michael Jung, Leiter der Hauptabteilung Verkehr, war er im Bürgerhaus Mitte zu Gast, wo sich die RPG einen Abend lang schwerpunktmäßig dem Thema Verkehr in der Stadt widmete. Die derzeitige Lage sei der Gesamtsituation geschuldet, sagte Häußler. „Hoffentlich bringt es Entspannung, wenn die Linie 2 in Betrieb geht.“

Bessere Leitsysteme

Das ist die kurzfristige Lösung. Auf lange Sicht arbeitet die Stadt an einem Parkraumkonzept für die Innenstadt: Wenn alles glatt läuft, dann könnte es in rund einem Jahr stehen. Den Weg dorthin hat Jung vorgestellt. Die Stadt verfolgt verschiedene Ziele: „Wir wollen Parksuchverkehr vermeiden. Und wir wollen verhindern, dass immer alle auf einem Haufen parken wollen“, erläuterte Jung. Als Beispiel nannte er den Parkplatz hinter Sport Klamser in der Steingasse. Gelingen soll das durch Gebühren und verbesserte Leitsysteme, etwa über eine App. Außerdem soll ausgelotet werden, ob die Herrenkellergasse dauerhaft Fußgängerzone wird.

Bis es soweit ist, gibt es allerdings einiges abzuarbeiten. Im Januar will sich die Stadtverwaltung zunächst intern abstimmen, im Februar dann sollen an einem runden Tisch die Ziele genau definiert werden – gemeinsam mit den Fraktionen, City, IHK, Polizei und vielen weiteren. An einem Tag im April 2019 wird das Büro LK Argus, das die Stadt im Prozess begleitet, das Parkverhalten in der Stadt untersuchen: „Wir versuchen, eine durchschnittliche Situation zu erfassen“, sagte Jung – ohne Extreme wie die übervolle Vorweihnachtszeit oder gähnend leere Sonntage.

Dann wird geschaut: Wie lange ist ein Parkplatz in der Innenstadt im Durchschnitt belegt? Wie oft wechseln die Fahrzeuge darauf? Wo suchen die Menschen besonders oft nach einem Stellplatz? Außerdem soll untersucht werden, wie stark die Fahrradständer in der Stadt belegt sind.

Im Juni folgt eine erste Bürgerveranstaltung, anschließend will die Verwaltung das Konzept erarbeiten. „Da wird es auch um Altlasten wie die Heimstraße gehen“, sagte Jung. „Das sind Premium-Plätze. Dass man dort 24 Stunden lang parken kann, wird wohl nicht bestehen bleiben.“ Gegen Ende des Jahres soll es nochmal ein Bürger-Café geben, im Dezember könnte der zuständige Ausschuss dann das Konzept beschließen.

Generell zum Verkehr in der Oststadt sagte Häußler, es gebe nur sehr wenige Beschwerden bezüglich zu hoher Geschwindigkeiten. Dem widersprach ein Teilnehmer der Sitzung: „Die Leute sind müde geworden, Anzeigen zu machen, weil es nichts bringt.“ Besonders schlimm sei es Freitagabends, „wenn die Krawallmacher auf dem Altstadtring unterwegs sind.“ An den „schicken jungen Typen mit gestylten Haaren“ störte sich auch ein anderer Mann. „Nicht der konstante Geräuschpegel ist das Schlimme, sondern das Aufheulen der Motoren“, klagte er.

Die Polizei betreibe bereits einen großen Aufwand, um gegen diese Poser aus der Tuningszene vorzugehen, entgegnete Roland Häußler. „Wir können nur vier bis fünf Mal im Jahr kontrollieren.“

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In Söflingen bereits Praxis


Begrenzung: Seit vier Jahren gilt in Söflingen bereits ein eigenes Parkraumkonzept: Die Parkdauer für die 1600 öffentlichen Stellplätze wurde begrenzt oder auf bestimmte Zeitabschnitte beschränkt. Es sollte insbesondere die Parksituation für Anwohner sowie Besucher verbessern.