Neu-Ulm Parkplätze für die Innenstadt - Neu-Ulm einigt sich mit Investor

Das Gelände der Grünen Höfe in der Nähe der Glacis-Galerie (hinten rechts) wird bebaut. In einer zusätzlichen Tiefgaragenetage richtet die Stadt Neu-Ulm 390 öffentliche Parkplätze ein.
Das Gelände der Grünen Höfe in der Nähe der Glacis-Galerie (hinten rechts) wird bebaut. In einer zusätzlichen Tiefgaragenetage richtet die Stadt Neu-Ulm 390 öffentliche Parkplätze ein. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Neu-Ulm / CHIRIN KOLB 11.07.2016
Als Ersatz für das Parkhaus am Bahnhof lässt die Stadt Neu-Ulm an den Grünen Höfen ein Tiefgaragengeschoss bauen. Kosten: fast zwölf Millionen Euro.

Für die Dauerparker, die ihr Auto im mittlerweile geschlossenen Parkhaus am Bahnhof abgestellt hatten, soll es ab Ende 2018 nur ein paar Meter weiter dauerhaften Ersatz geben. Auf dem Gelände der Grünen Höfe jenseits der Hermann-Köhl-Straße plant der Ulmer Bauträger Realgrund ein Projekt mit Wohnungen und Dienstleistungen und einer zweigeschossigen Tiefgarage. Sie wird um ein Geschoss tiefer: als öffentliche Tiefgarage mit 390 Stellplätzen.

Darauf haben sich die Stadt Neu-Ulm und der Investor Realgrund geeinigt. Auch die Stadträte haben in nichtöffentlicher Sitzung mit großer Mehrheit zugestimmt, wie OB Gerold Noerenberg und Kämmerer Berthold Stier in einem Pressegespräch mitteilten. Der vorbereitete Vertrag mit Realgrund sieht demnach vor, dass die Stadt pro Stellplatz einen Höchstbetrag von 30.000 Euro bezahlt – die Tiefgaragenetage kommt also auf rund 11,7 Millionen Euro. Festgelegt worden sei auch, dass die öffentliche Tiefgarage eine separate Zufahrt, ein eigenes Treppenhaus und einen eigenen Lift erhält.

Auslöser der Gespräche mit Realgrund war die überraschende und äußerst kurzfristig nötige Schließung des Parkhauses am Bahnhof. Ein Gutachter hatte nach einer turnusgemäßen Überprüfung gravierende Sicherheitsmängel festgestellt und dies der Stadt am Abend des 9. Mai mitgeteilt. Seit dem frühen Morgen des 10. Mai ist das Parkhaus gesperrt. Die Stadt suchte nach Ausweichmöglichkeiten für die Dauerparker (Berufspendler und Anwohner), die 360 der 392 Stellplätze im Parkhaus belegten.

Auch ohne diese kurzfristige Sperrung wäre die Entscheidung angestanden, ob das Parkhaus saniert oder abgerissen werden soll und wo Ersatzparkplätze entstehen können. Abgesehen von dem nun auf den Weg gebrachten Projekt mit Realgrund an den Grünen Höfen könnten sich Noerenberg und Stier eine weitere Tiefgarage unter dem LEW-Gebäude am Heiner-Metzger-Platz ebenfalls in Bahnhofsnähe vorstellen. Auch an diesem Gebäude, in dem die Stadtbücherei ihre Räume hat, steht die Entscheidung über Sanierung oder Neubau an.

Der OB gewinnt der überraschenden Sperrung inzwischen etwas Positives ab. Stadt und Stadträte seien nun gezwungen, sich über die Innenstadtentwicklung Gedanken zu machen. „Aus einem Unglücksfall ist ein Glücksfall geworden.“

Einer allerdings, der die Stadt teuer kommt. OB und Kämmerer sehen jedoch keine Probleme mit der Finanzierung des 11,7 Millionen Euro teuren Parkgeschosses. Neu-Ulm verfüge über Rücklagen von insgesamt 64 Millionen Euro, das günstige Zinsniveau tue ein Übriges. Für Kämmerer Stier ist aber klar: „Eine Refinanzierung ist mit Dauerparkern fast nicht möglich.“ 

Das Parkhaus soll abgerissen werden, doch Noerenberg hat damit noch keine Eile. Erst soll ausgelotet werden, was mit dem Grundstück passiert. Auf dem schmalen Gelände wären im Erdgeschoss eines Neubaus Handel und Dienstleistungen möglich, in den oberen Stockwerken Büros und ein paar Wohnungen. Auch die Stadt kann sich vorstellen, Büros zu belegen, denn das Rathaus „platzt aus allen Nähten“.

360 vorübergehende Parkplätze

Ausweichmöglichkeiten
Nach der überraschenden Sperrung des Parkhauses am Bahnhof hat die Stadt Neu-Ulm Ersatzparkplätze für Dauerparker geschaffen. 100 Stellplätze stehen auf einer Schotterfläche in der Industriestraße zur Verfügung, 240 in der Glacis-Galerie und 20 auf dem Parkplatz des Edwin-Scharff-Hauses. Einige Dauerparker haben gekündigt, weil sie mit dem Ersatz nicht zufrieden sind. OB Gerold Noerenberg geht davon aus, dass einige ihre Kündigung überdenken, wenn sie keinen anderen Stellplatz in der Innenstadt finden. Der Parkplatz an der Industriestraße wird laut Kämmerer Berthold Stier nicht so nachgefragt wie gedacht. Als Gründe nennt er das Erscheinungsbild, die gefühlt weitere Entfernung und das Sicherheitsbedürfnis der Nutzer. 

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