Soziales Papa treffen mit Hilfe von anderen

Neu-Ulm / swp 10.08.2018

Der sechsjährige Marcel ist aufgeregt. Gleich wird er endlich seinen Papa sehen. Vor einem Jahr war dieser plötzlich ausgezogen und aus Marcels Leben verschwunden. Seither lebte Marcel mit seiner Mama allein in der Wohnung und musste oft an seinen Papa denken. Er vermisst ihn sehr. Das Wiedersehen von Marcel und seinem Papa ist der Möglichkeit des „Betreuten Umgangs“ zu verdanken, der von ehrenamtlichen Frauen und Männern begleitet wird.

Diese Form der Familienhilfe bieten die Erziehungs-, Jugend- und Familienberatungsstellen der Katholischen Jugendfürsorge der Diözese Augsburg (KFJ) in Neu-Ulm und Illertissen seit acht Jahren an. Die Resonanz ist laut Rainer Kehm, dem Leiter der Beratungsstellen, sehr positiv. Denn Fälle wie den von Marcel gibt es viele. Die Eltern können diese Form der Familienhilfe über das Jugendamt Neu-Ulm erhalten. Häufig werde sie auch vom Familiengericht angeordnet. Ziel des „Betreuten Umgang“ ist es, dass Kinder trotz getrennt lebender Eltern, Kontakt und eine Beziehung zu Vater und zu Mutter bewahren sollen – was für eine gesunde Entwicklung wichtig sei, teilt Kehm mit.

Dies scheint zu funktionieren: „Die Kinder freuen sich und sind in der Regel dankbar und glücklich, dass sie die getrennt lebenden Elternteile wieder treffen dürfen.“ Dennoch ist ein „Betreuter Umgang“ eine vorübergehende (Unterstützungs-) Maßnahme. Er wird eingestellt, sobald beiden Elternteilen ein alleiniger Umgang wieder zugetraut werden kann und Vater und Mutter  beispielsweise die Besuchszeiten wieder selbst untereinander regeln können. Dabei werden die Eltern von Erziehungsberatern und der Koordinatorin der Betreuten Umgänge, Ingrid De Mutiis, unterstützt.

Familienhilfe im Ehrenamt

Sie setzt dabei auch auf die Mithilfe Ehrenamtlicher. Deren Aufgabe ist es, bei den Betreuten Umgängen für eine angenehme Atmosphäre zu sorgen. Sie geben Eltern bei Bedarf Anregungen oder helfen mit Ideen für das Spiel mit dem Kind. Auch sollen die zerstrittenen Eltern ihre Konflikte nicht vor den Kindern austragen. Für diese Aufgaben werden die freiwilligen Betreuer geschult und fachlich begleitet, damit sie auch schwierige Situationen bewältigen können.

„Als ehrenamtlicher Betreuer braucht man keine pädagogische Vorbildung. Nötig sind Einfühlungsvermögen, Toleranz, zeitliche Flexibilität – und manchmal auch ein dickes Fell.“

Info Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sich bei Ingrid De Mutiis melden: Tel. (07343) 92 21 45, E-Mail idmbu@gmx.de.

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