Ulm baut um Ortsbegehung im künftigen Wohnviertel „Am Weinberg“

Noch ist das neue Wohngebiet „Am Weinberg“ eine Sandwüste, sieht man mal von der stehen gebliebenen alten Panzerhalle (hinter dem Bagger) ab. Zur Führung auf Einladung des CDU-Stadtteilverbands Eselsberg kamen gut 50 interessierte Bürger. Im Hintergrund die drei Hochhäuser im Stifterweg am alten Eselsberg.
Noch ist das neue Wohngebiet „Am Weinberg“ eine Sandwüste, sieht man mal von der stehen gebliebenen alten Panzerhalle (hinter dem Bagger) ab. Zur Führung auf Einladung des CDU-Stadtteilverbands Eselsberg kamen gut 50 interessierte Bürger. Im Hintergrund die drei Hochhäuser im Stifterweg am alten Eselsberg. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm/Eselsberg / Christoph Mayer 11.10.2018
Bei einer Ortsbegehung skizziert Baubürgermeister Tim von Winning die künftige Entwicklung des Viertels „Am Weinberg“.

Zur Ortsbesichtigung des künftigen Wohnquartiers „Am Weinberg“ hatte der CDU-Stadtteilverband Eselsberg eingeladen. Dass wenige Wochen vor Beginn der Erschließungsarbeiten gut 50 Interessierte auf das ehemalige Bundeswehr-Areal kamen – obwohl dort außer sandigen Flächen, der stehen gelassenen Panzer­halle und einer ebenfalls unangetastet bleibenden Baumreihe nichts zu sehen ist – lag wohl auch am  prominenten Gästeführer. Tim von Winning erklärte, wie sich der Stadtteil im Stadtteil in den kommenden Jahren entwickeln wird.

Für den Baubürgermeister ist der Erwerb des neun Hektar großen Grundstücks vom Bund vor drei Jahren ein Glücksfall. „Vor dem Hintergrund des nach Ulm kommenden neuen Nato-Kommandos würden wir diesen Standort heute wohl nicht mehr bekommen.“ Das an die neue Straßenbahnlinie 2 angeschlossene und in Nähe zu Uni und Wissenschaftsstadt liegende Viertel solle kein reines Wohnquartier werden, sondern „Urbanität ausstrahlen“, auch Kleingewerbe, Arztpraxen, soziale Treffpunkte und gastronomische Angebote sollen ergo ihren Platz bekommen. Unter dem Dach der ehemaligen Panzerhalle könnte sich der Baubürgermeister künftig etwa Flohmärkte, Stadtteilfeste oder auch mal ein Konzert vorstellen, zumindest versuchsweise. „Ob das dann auch angenommen  wird, wissen wir natürlich noch nicht.“

Auf Ansiedlungsflächen für einen Supermarkt haben die Planer dagegen verzichtet. Man wolle dem benachbarten Einkaufszentrum am Stifterweg keine Konkurrenz machen, sagte von Winning, der gleichwohl hofft, dass sich im neuen Quartier zumindest ein Bäcker niederlässt.

Ein Quartier als „Blumenstrauß“

Wie das Areal im Detail bespielt wird, sprich: wer auf welchen Grundstücken bauen darf, steht in weiten Teilen ohnehin noch nicht fest. Mehrfach bemühte von Winning in diesem Zusammenhang die Metapher vom „Blumenstrauß“, den die Stadt bei den Verhandlungen zur Grundstücksvergabe auf den Tisch stelle. „Zum Zuge kommen jene Bauträger, die die meisten Blumen aus der Vase nehmen“. Also jene, die auf die Wünsche der Stadt am stärksten eingehen – speziell was Möglichkeiten zur Ansiedlung von Gastronomie, Gewerbe  oder auch das Thema geförderten Wohnraum  betrifft.

Über allem schwebe das erklärte Ziel der Stadt, die Mieten „verträglich“ zu halten, wie von Winning es ausdrückte. Das ist auch der Grund, weshalb die kommunale Wohnungsbaugesellschaft UWS und die Baugenossenschaft Ulmer Heimstätte als erste loslegen dürfen. Mitte 2019 startet die UWS mit dem Bau von 137 Wohnungen und einer Kindertagesstätte entlang des Weinbergwegs am nordwestlichen Rand. Im Anschluss bauen UWS und Heimstätte den zweiten Abschnitt mit weiteren 170 Wohnungen und Gewerbeflächen. Trotz der Größe der Vorhaben müsse niemand unansehnliche Bauklötze befürchten. „Die Wohneinheiten werden in unterschiedliche Architekturen aufgeteilt, so dass man die Häuser gut voneinander unterscheiden kann“, so der Bürgermeister.

Zwei Haupterschließungsstraßen werden den „Weinberg“ durchziehen. Dort wird, wie in Wohngebieten üblich, Tempo 30 gelten. Auf allen übrigen Straßen gilt Schrittgeschwindigkeit, sie werden als verkehrsberuhigte Bereiche ausgewiesen.

Die künftigen Straßennamen sind noch nicht vergeben, damit wird sich der Gemeinderat zu gegebener Zweit befassen. Von Winning deutete aber an, dass sie sich passend zum Namen des Neubaugebiets um das  Thema „Wein“ ranken werden. Zwar gibt es am Eselsberg schon zahlreiche Straßen, die nach Rebsorten benannt sind. „Aber wir haben auch noch jede Menge Weinsorten, die nicht vergeben sind.“

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Zahlen und Fakten

900 Wohneinheiten sollen im künftigen Quartier „Am Weinberg“ entstehen.

2000 Menschen sollen dort einmal leben.

2021 zum Jahresende sollen die ersten Wohnungen bezugsgfertig sein.

8 Geschosse wird das höchste Gebäude im Kreuzungsbereich Weinbergweg und Mähringer Weg haben, ansonsten beträgt die maximal zulässige Geschosshöhe 5.

10 Prozent darf der Anteil an „nicht störendem Gewerbe“ in dem Gebiet insgesamt nur betragen.

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