Ulm / BEATE STORZ Arthrose? Zwei Orthopäden informierten in der Galerie der SÜDWEST PRESSE über Prävention, Behandlung und über "kultivierte Knorpelzellen".

Arthrose ist, wenn das Treppensteigen zur Qual wird, wenn jeder Handgriff weh tut, wenn die Gelenke schmerzen, wenn man keine Nacht mehr durchschlafen kann. Das geht in der Mehrzahl älteren Menschen so. So waren auch viele über 60-Jährige in die Galerie der SÜDWEST PRESSE gekommen, weil sie sich durch die Vorträge der beiden Orthopäden Dr. Christoph Buck aus Ulm und Dr. Thomas Mattes von der Sportklinik in Ravensburg neue Erkenntnisse erhofften, wie man Arthrose lindern kann.

Es ging jedoch nicht um die individuelle Diagnose, das ist Sache des Hausarztes. Die beiden Referenten sprachen vielmehr über bewährte und neue Therapiemöglichkeiten der Krankheit und gaben auch präventive Ernährungstipps.

Durch einen gestörten Stoffwechsel nehme die Arthrose ihren Lauf, erklärte Buck. Auslösende Ursachen seien Stress und falsche Ernährung. Laut Buck verändert sich durch den Stress die Spannung im Gewebe. Das reduziert den Stoffwechsel und sorgt für schlechte Durchblutung. Mit Stress meint Buck aber nicht nur Arbeitsstress. Leistungssport oder Übergewicht sei für den Körper ebenfalls ein Stressfaktor. Buck empfiehlt eine präventive Ernährungsumstellung. "Die moderne Küche sorgt für eine Übersäuerung des Magens, genau das ist aber schlecht für Arthrose-Patienten." Eine basische Ernährung kann Abhilfe schaffen: Gemüse, Kartoffeln, Salate, Pilze oder Vollkornprodukte sind dafür geeignet. Buck nennt auch das Nahrungsfeindbild der Arthrose-Patienten: Von Cola, Limonaden, Kakao, Dosengemüse und Weißmehlprodukten sollten sie am besten Abstand nehmen.

Thomas Mattes von der Sportklinik Ravensburg erklärte die Behandlungsmethoden. "Operationen sind das letzte Mittel, lassen sich aber dann nicht vermeiden, wenn die Knorpel zwischen den Knochen so sehr zerstört sind, dass die Knochen direkt übereinander liegen und aneinander reiben."

Neu sei die Möglichkeit der Knorpeltransplantation. Aus dem gesunden Gelenk werden Knorpelzellen entnommen und kultiviert. Nach etwa drei Wochen können sie wieder eingepflanzt werden. Der Nachteil ist, dass zwei Operationen nötig sind und viele Krankenkassen dies nicht bezahlten.