Falschparken Verkehr: Problem mit Falschparken in Ulm unter Kontrolle

Der Mittelstreifen in der neuen Frauenstraße in Ulm war zeitweise trotz Verbot zugeparkt. Falschparken ist aber nicht nur in der Ulmer Innenstadt ein Problem.
Der Mittelstreifen in der neuen Frauenstraße in Ulm war zeitweise trotz Verbot zugeparkt. Falschparken ist aber nicht nur in der Ulmer Innenstadt ein Problem. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Isabelle Jahn 06.07.2017
Das Ulmer Ordnungsamt hat Falschparker im Griff, sagt dessen Leiter Rainer Türke. Die Verstöße häufen sich aber nicht nur in der Innenstadt, sondern auch im Randgebiet.

„Wir können nicht permanent und rund um die Uhr präsent sein“, sagt Rainer Türke und reagiert damit auf die Berichte der Ulmerin Sabrina Maunz, die privat gegen Falschparker vorgeht. Mit 15 Mitarbeitern, die Falschparkern auflauern, sieht der Leiter des Ulmer Ordnungsamts das Stadtgebiet gut abgedeckt: „Grobe Verstöße haben wir im Blick und können reagieren.“

Von 7 Uhr morgens bis Mitternacht sind die Mitarbeiter nach Plan in unterschiedlichen Bezirken unterwegs. Kontrolliert wird an Wochentagen und samstags sowie manchmal auch sonntags. Beim Einstein-Marathon etwa werde zusammen mit der Polizei früh morgens kontrolliert, welche Fahrzeuge die Laufstrecke behindern, auf der bereits Tage zuvor Halteverbotsschilder aufgestellt wurden. „Erst informieren wir den Halter“, erklärt Türke. „Aber wenn der nicht unverzüglich kommt, muss das Auto abgeschleppt werden.“ Dasselbe gilt für Fahrzeuge, die in Rettungsgassen parken.

Je nach Beschwerden – die täglich eingehen – wird in gewissen Gebieten besonders kontrolliert. Vor allem die teils engen Gassen der Ulmer Innenstadt habe man besonders gut im Auge: „Im Neuen Graben kontrollieren wir jeden Tag.“ Aber auch im Randgebiet nehme das Falschparken aufgrund der Urbanisierung immer mehr zu. „Wo Handel und Gastronomie sind, wird viel falsch geparkt“, sagt Türke. Dass es deutlich weniger oberirdische Parkplätze gibt als früher, verschärft die Situation.

Insgesamt findet Türke nicht, dass in Ulm mehr falsch geparkt wird als in anderen Städten. Und schon gar nicht sieht er das Falschparken als Problem, an dem vor allem Besitzer teurer Autos beteiligt sind. „Wir verwarnen alle“, sagt Türk. „Es gibt einfach Leute, die wollen direkt neben dem Restaurant parken und nehmen bewusst in Kauf, dafür zu bezahlen.“ Dass man – wie Sabrina Maunz vorschlägt – Blumenkübel so aufstellt, dass freie Flächen gar nicht erst als Parkplatz benutzt und zweckentfremdet werden können, findet Türke eine gute Idee.

Auch höhere Bußgelder würden seiner Meinung nach helfen, aber darauf hat der Ordnungsamtschef keinen Einfluss, da die Strafen bundesweit geregelt sind. Viele Falschparker bezahlen das Verwarnungsgeld jedoch überhaupt nicht: „Täglich gehen solche Fälle vor’s Amtsgericht.“

Richtig parken nach der Straßenverkehrsordnung

Parkverbot Nach der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) parkt, wer sein Fahrzeug verlässt oder länger als drei Minuten hält. Parkverbotszonen sind meist durch Schilder, Markierungen auf der Fahrbahn oder Lichtzeichen markiert. Auf Gehwegen darf generell nicht gehalten und geparkt werden, auch nicht halbseitig. An engen und unübersichtlichen Straßenstellen, in scharfen Kurven, auf Fußgängerüberwegen sowie bis zu fünf Meter davor oder auf Bahnübergängen darf nicht gehalten oder geparkt werden. Dasselbe gilt für Feuerwehrzufahrten, Taxistände, vor und hinter Kreuzungen und Einmündungen bis zu je fünf Meter, vor Grundstücksein- und -ausfahrten, bis zu je 15 Meter vor und hinter Haltestellenschildern sowie vor und hinter Andreaskreuzen. dpa

Bußgeld Das Bußgeld bewegt sich zwischen 10 Euro (Parkuhr abgelaufen) und 35 Euro (Parken auf einem Behindertenparkplatz). Wer zum Beispiel in einer Rettungsgasse parkt und nach Benachrichtigung durch Ordnungsamt oder Polizei nicht innerhalb weniger Minuten sein Auto wegfährt, wird abgeschleppt.