Ulm Opus Leopard stellt EP "Parapapapam" vor

Martin Schubert (links) und Florian Schröder sind Opus Leopard.
Martin Schubert (links) und Florian Schröder sind Opus Leopard. © Foto: Wokasoma
CLAUDIA REICHERTER 03.12.2015
Anfang des Jahres gab es das erste Album des Ulmer Synthie-Pop-Duos Opus Leopard. Jetzt, zum Jahresende, folgt eine saisonal passende EP samt Video.

"Alle Jahre wieder singen Engel im Chor“. Ganz klassisch-unschuldig beginnt der knapp vierminütige neue Song des Ulmer Synthie-Pop-Duos Opus Leopard. Schon nach den ersten Zeilen aber wird der mit Martin Schuberts Keyboards unterlegte Text von Sänger Florian Schröder frecher. „Unter einem Mistelzweig treffen sich zwei Lippen“ heißt es poetisch, bevor unter dem Tannenbaum am Fest der Liebe dieselbe expressis verbis in körperlicher Form zelebriert wird. Markenwahn, Konsumzwang, Deko-Traditionen – all das reiht der bekennende DAF-Fan Schröder, der früher als Rapper Mankind auftrat, unkommentiert, aber doch klar kritisch ironisiert wie die Lämpchen einer Lichterkette aneinander.

Der Titel „Parapapapam“ ist dem amerikanischen Weihnachtslied „Little Drummer Boy“ entlehnt. Mit der jetzt vorgestellten EP setzt das 2013 gegründete Duo in Nachfolge des ersten Longplayers „Futter für die Götter“ vom Februar seine Reihe jahreszeitlich passender digitaler Maxi-Single-Veröffentlichungen fort. Im Sommer hatten Schröder und Schubert „Sommer im Cabriolet“ vorgestellt – ebenfalls samt Video. Die Kurzfilme realisiert der auch als Pop-Art-Künstler Wokasoma bekannte 35-jährige gebürtige Heroldstatter zusammen mit Kameramann Jens Kramer.

Fürs neue Opus-Leopard-Werk, das Florian Schröder selbstbewusst als „der vorweihnachtliche Oberhammer“ bezeichnet, ließ er sich sogar noch mehr einfallen: In streng limitierter Zahl hat der gelernte Industrie-Elektroniker, der heute hauptberuflich Werbekampagnen produziert, klingende Grußpostkarten angefertigt. Für all jene, die eine ergattern können, ein „fantastisches Geschenk“, zu dem analog zum Songtext nur noch das „prickelnde Getränk“ fehlt, wenn sich nach überstandenem Engelschorgesang am Silvesterabend dann „die Zukunft in Blei“ zeigt.