Ulm One Billion Rising: In Ulm wird gegen Gewalt getrommelt und getanzt

In mehr als 200 Ländern wollen Menschen gegen Gewalt an Frauen zusammenkommen, demonstrieren und tanzen.
In mehr als 200 Ländern wollen Menschen gegen Gewalt an Frauen zusammenkommen, demonstrieren und tanzen. © Foto: onebillionrising.de
Ulm / LYDIA BENTSCHE 14.02.2013
Jede dritte Frau wird einmal im Leben Opfer von Gewalt. Dagegen wird am Donnerstag in mehr als 200 Ländern protestiert. Auch in Ulm. Wir haben die Grünen-Politikerin Annette Weinreich gefragt, was ihr an der Kampagne "One Billion Rising" gefällt.
Weil jede dritte Frau - und damit mehr als eine Milliarde Frauen weltweit - mindestens einmal in ihrem Leben Gewalt erfährt, hat die US-amerikanische Feministin Eve Ensler die Kampage "One Billion Rising" initiiert. Am Valentinstag, 14. Februar 2013, werden weltweit Frauen und Männer durch verschiedene Aktionen Zeichen gegen Gewalt, Unterdrückung und Unrecht sowie für ein neues Miteinander setzen.

Um die Unterstützung für "One Billion Rising" auszudrücken, sollen alle Beteiligten - wie der Name der Kampagne sagt - aufstehen und sich erheben. Und tanzen. Auch in Ulm. Die Grünen-Stadträtin Annette Weinreich, die die Aktion in Ulm unterstützt, hätte sich auch gern einer Gruppe angeschlossen, um den speziellen Tanz der Aktion einzustudieren. "Aber leider hatte ich keine Zeit dafür." Doch Tanzen muss man nicht. Jeder soll den Protest auf seine Weise mit verschiedenen Aktionen unterstützen. "Je vielfältiger, desto schöner", heißt es auf der Facebook-Seite der Ulmer Veranstaltung.



Schon "lange vor Weihnachten" habe sich Christof Maihoefer, der sich für die Themen Frauen und Frauenrechte interessiert sowie sich gegen Gewalt an Frauen engagiert, an sie gewendet, erzählt Weinreich. Er hatte die Idee, auch in Ulm eine "One Billion Rising"-Veranstaltung zu organisieren.

"Das ist keine Veranstaltung der Grünen", sagt Weinreich. "Von uns ging die Initialzündung aus, doch die Aktion hat nun viele Partner." Neben den Grünen unterstützen auch die Piratenpartei, die CDU, die Jusos und die Linken die Aktion. Weitere Partner sind die Aids-Hilfe, der Frauentreff Ulm, das Frauenbüro der Stadt Ulm sowie der CSD Ulm/Neu-Ulm.

Geplant ist, dass um 16.30 Uhr Forumstrommler am Bahnhof Ulm ankommen. Gemeinsam mit Unterstützern der Kampagne wollen sie dann trommelnd zum Münsterplatz ziehen. Von 17 Uhr bis 18.15 Uhr findet dort der erste Teil der Veranstaltung statt - mit Musik, Reden und möglicherweise anderen Aktionen. "Ich lasse mich überraschen, wie das wird", sagt Weinreich. Um 19.30 Uhr folgt dann im Gewerkschaftshaus auf dem Weinhof die Abendveranstaltung - mit Musik der "Poco Luocos" und einem Vortrag zum Thema "Gewalt in der Gesellschaft" von Lisa Collins, der Direktkandidatin für die Bundestagswahl der Ulmer Piraten.

Wie viele Menschen wohl teilnehmen werden, weiß auch Weinreich nicht. Am Donnerstagmittag hatten auf Facebook 115 Menschen ihre Teilnahme zugesagt. Wer davon tatsächlich auf dem Münsterplatz oder im Gewerkschaftshaus vorbeikommt und wie viele andere dabei sind, wird sich zeigen. "Die Resonanz in persönlichen Gesprächen und im Internet war groß. Und das Wetter soll ja gut werden." Weinreich freut sich auf die Veranstaltung.

Zwei Dinge daran gefallen ihr besonders gut. "Erstens, dass es eine niederschwellige Aktion ist", sagt sie. "Also nichts vom hohen Ross herunter. Es sollen auch Leute angesprochen werden, die sich normalerweise nicht trauen, ihren Unmut zu zeigen, oder denen vielleicht nicht bewusst ist, dass auch sie Opfer von Gewalt sind." Und zweitens bekomme der Valentinstag endlich mehr Gewicht und einen neuen Sinn. "Jetzt geht es nicht mehr nur ums Blumen schenken."