Star-Pianistin Olga Scheps beim „Klassikherbst“

Burgrieden-Rot / Burkhard Schäfer 11.10.2018

Eine kraftvollere Klaviermatinee hätte Walter Mauermann, der künstlerische Leiter und Mäzen, sich für „sein“ Jubiläumskonzert nicht wünschen können. Zehn Jahre lang ist Mauermann der Macher der Reihe „Kammerkonzerte im Museum Villa Rot“, und man darf ohne Übertreibung sagen: Er hat sie zu einer der glanzvollsten der Region gemacht.

Als ob es dafür noch eines Beweises bedurft hätte, präsentierte er für das 80. Konzert keine Geringere als die Star-Pianistin Olga Scheps. Die hatte eigentlich ein Programm mit Werken aus der Zeit der Wiener Klassik und russischen Klavierkompositionen vorbereitet. Nachdem sie aber das Auftaktstück, Mozarts a-Moll-Klaviersonate KV 310, gespielt und dafür heftigen Applaus geerntet hatte, fragte sie ins Publikum, ob sie statt der im Programmheft angegebenen Beethoven-Sonate die 7. Klaviersonate von Sergej Prokofjew spielen dürfe, da sie just dieses Werk in wenigen Tagen in der Elbphilharmonie zur Aufführung bringe.

Die Zuhörer akklamierten begeistert – und wurden mehr als belohnt. Denn bei dem nun folgenden, rein russischen Programm war die Pianistin so unbedingt in ihrem Element, dass man – vor allem im dritten Satz der Prokofjew-Sonate und in den später folgenden „Trois mouvements de Petrouchka“ von Igor Strawinsky – das Gefühl hatte, die Stahlsaiten des Klaviers flögen einem um die Ohren oder der russische Bär persönlich tanze auf den Tasten.

Exzeptionell absolvierte Scheps auch den Valse op. 38 von Alexander Skrjabin und die „Nussknacker-Suite“ von Tschaikowsky in der Klavierbearbeitung von Mikhail Pletnev. Glücksgefühle pur – und verdientermaßen Standing Ovations.

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