Neu-Ulm Ohne neuen Baum bleibt der Wiley-Kiosk zu

Pächter Joe Roscher vor dem noch geschlossenen Wiley-Kiosk.
Pächter Joe Roscher vor dem noch geschlossenen Wiley-Kiosk. © Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / jkl 19.04.2018
Kein Baum, kein Kioskbetrieb im Neu-Ulmer Wiley: Pächter Joe Roscher hofft, dass die Stadt zeitnah Ersatz für die gefällte Kastanie pflanzt.

Die Theke ist unbesetzt. Der Holzboden, auf dem sonst zu dieser Jahreszeit schon Tische und Bänke stehen, ist verwaist. Eigentlich hat Joe Roscher den Kiosk im Wiley an warmen Frühlingstagen bereits geöffnet. Dieses Jahr sind die Rollläden des Backsteingebäudes im Wiley-Park aber noch unten, denn es fehlt für Pächter Joe Roscher ein entscheidendes Merkmal des Kiosks. Ein Baum. „Ohne die Kastanie ist der Platz hier kein Vergleich mehr zu früher“, erklärt Roscher mit Blick auf die leere Fläche neben dem Holzboden.

Dort stand noch bis Februar eine ausladende Kastanie. Dann wurde sie auf Geheiß der Stadt Neu-Ulm gefällt, aus Gründen der Sicherheit wie es heißt. Die Fällung habe auch ein hinzugezogener Fachmann für notwendig erachtet. „Der Baum war eine Gefahr“, sagt eine Pressesprecherin der Stadt Ulm. „Herunterfallende Äste hätten Personen verletzten können.“ Zudem sei der Baum nicht Gegenstand des Pachtvertrags.

Die Fällung verärgert Roscher bis heute. „Die Kastanie wurde ohne uns zu informieren von der Stadt gefällt.“ Ohne eine akzeptable Alternative zum Baum bleibe der Kiosk, den Roscher gemeinsam mit seiner Frau nebenher als Hobby wie er sagt betreibt, erst mal zu. „Es war der Baum für unseren Kiosk.“ So müssten seine Gäste in der prallen Sonne sitzen. „Das geht nicht.“

Am Freitag soll es ein Gespräch mit den Verantwortlichen bei der Stadt Neu-Ulm geben. „Seit Ende Februar habe ich mich um einen Termin bemüht.“ Kurz vor Ostern sei dem Wirt ein erstes Treffen abgesagt worden. Roscher schlägt vor, eine sieben bis acht Meter große Kastanie zu pflanzen – und zwar jetzt und nicht wie die Stadt plant im September. Ein Gartenbauer habe ihm zugesagt, der Stadt einen entsprechenden Baum zum Selbstkostenpreis zur Verfügung zu stellen. „Sie müssten ihn dann nur noch pflanzen.“ Eine Markise macht seines Erachtens keinen Sinn. „Die Fläche ist viel zu groß.“

Bis der Kiosk wieder betriebsbereit wäre, daure es bei einer Einigung aber dann trotzdem noch. „Zwei bis drei Wochen brauche ich, um hier klar Schiff zu machen“, sagt Roscher. Anders als in den vergangenen Jahren ist der Kiosk dann aber nur noch am Wochenende geöffnet. „Wir betreiben den Kiosk nebenher“, sagt der selbstständige Schlosser. Unter der Woche mache es keinen Sinn mehr. Aufwand und Gäste stünden unter der Woche in keinem Verhältnis.

Kommt es zu keiner Lösung im Gespräch mit den Verantwortlichen steht Roschers Entschluss fest. „Dann gebe ich den Kiosk auf.“