Kurzkritik Offensiver Hip-Hop

Udo Eberl 02.07.2018

Einst prägten sie neben den „Absolute Beginner“, Deichkind und „Fettes Brot“ den Hamburger HipHop: „Fünf Sterne deluxe“. Auch 20 Jahre später können sie noch kräftig einheizen. Im Ulmer Zelt feierten DJ Bo, Tobi Tobsen und ihr Gastrapper Luis Baltes mit 900 Fans eine ausgelassene Live-Party mit den guten alten Stücken und Neuem vom Comeback-Album „Flash“. Wie bescheiden der Sound sein würde, deutete sich an, als DJ Coolman allein vorlegte. Das Publikum hatte die meisten Texte allerdings sowieso drauf.

    Auch wenn nicht alles glänzte, Bo und Co zeigten, dass sie sich ihre fünf Sterne redlich mit offensivem und selbstironischen HipHop verdient haben. Deluxe war dieser zwar nicht immer, aber Druck steckte drin – und so mancher „Beatboxrocker“ der Nordlichter war auch das volle Elektro-Brett. Neben Wortwitz und Seitenhieben war auch inhaltlich Schlichtes wie „Moin Bumm Tschack“ im Programm. Klatschnass geschwitzt servierten die Hamburger vor einer LED-Wand quasselstrippigen Schnack aus Bestform-Zeiten und blieben dabei, nahe an der Atemlosigkeit, ziemlich „logga“.  

   Die gestandenen Rapper konnten auch smart, sangen mit Soul in der Stimme, doch vor allem ging es darum, „das Haus abzureißen“ und das Zelt in Schwingung zu bringen. Die Arme in der Höhe, alles in Bewegung, die guten alten Skills, und vor allem die Beats brachten es noch – „türlich, türlich“.

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