Die evangelische Studierendengemeinde Ulm (ESG) ist der Initiative Regenbogen beigetreten, die sich für die Akzeptanz von Lesben und Schwulen in Kirche und Gesellschaft einsetzt. Damit ist die ESG die erste Gemeinde im Kirchenbezirk Ulm und die erste Studentengemeinde in der württembergischen Landeskirche, die so klar Position beziehe, teilt Hochschulpfarrer Stephan Schwarz mit.

Hintergrund ist, dass sich die württembergische Landessynode vor kurzem mit knapper Mehrheit dagegen ausgesprochen hatte, gleichgeschlechtlichen Paaren eine öffentliche Segnung ihrer Partnerschaft im Gottesdienst zu erlauben. In den meisten der 20 Mitgliedskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gibt es öffentliche Trau- oder Segensfeiern.

Die Studentinnen Carolin Hild und Susanna Eichmann von der ESG konnten es kaum glauben, als sie von der Entscheidung der Landessynode hörten. „Ich komme aus dem aufgeschlossenen Ostfriesland“, sagt Eichmann, „in meinem Pfarrbezirk wird die Segnung von homosexuellen Paaren seit Jahren selbstverständlich gelebt.“ Auch Carolin Hild hätte erwartet, dass ihre Landeskirche weiter ist: „In der Entscheidung habe ich mich nicht wiedererkannt.“ Beide wünschen sich, dass es in der evangelischen Kirche ein wertschätzendes Miteinander gibt.

Die von der Evangelischen Studentengemeinde unterzeichnete Erklärung zum Beitritt zur Initiative Regenbogen lautet: „Wir sind offen für Lesben und Schwule in unserer Gemeinde, für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, für Pfarrerinnen und Pfarrer, die mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner im Pfarrhaus leben wollen. Für uns ist es selbstverständlich, dass Lesben und Schwule zur Kirchengemeinde gehören.“

Info Die Initiative Regenbogen wurde 2016 mit 16 Kirchengemeinden gegründet. Bisher sind 45 evangelische Gemeinden aus Württemberg Mitglied.