Da gerät sogar Gerold Noerenberg, OB in Neu-Ulm und bekennend "kein Wohnmobilist", irgendwie ins Schwärmen: Ein Parkplatz für Wohnmobile sei auf der so genannten Goldochsenwiese beim Donaubad sicher gut gelegen, sagt er. "Städtebaulich ist das möglich, auch das Hochwasser ist kein Problem - angesichts der langen Vorwarnzeiten." Er zählt die Nähe zu beiden Innenstädten und die benachbarte Freizeitanlage als Vorteile auf. Aber bei aller Schwärmerei stellt Noerenberg klar: Die Finanzierung sei keine Sache der Städte, zumal so ein Platz schnell einen sechsstelligen Betrag koste.

Diesbezüglich zeigte sich der Ulmer OB Ivo Gönner am Rand der "Leben Wohnen Freizeit" sehr viel entspannter: Auch er rühmt die gute Lage - und man könne auch über eine Finanzierung durch die beide Städte nach bewährter Zweidrittel-/Eindrittel-Aufteilung reden. Dass das nächste gemeinsame Projekt schon wieder auf Neu-Ulmer Gemarkung stehe, damit hat Gönner keine Probleme. Noerenberg denkt eher an ein Betreibermodell. Also will er erst einmal abwarten, was das von der Ulm/Neu-Ulm Touristik (UNT) beauftragte Fachbüro in dieser Woche bei einem Vor-Ort-Termin auf der Wiese tatsächlich herausfindet.

Was die Finanzierung dieses Gutachtens betrifft, tritt die UNT laut Noerenberg erst einmal in Vorleistung. Von der UNT kam auch die Idee, weil der bestehende Parkplatz für Wohnmobile in der Friedrichsau mitten in der Umweltzone liegt. Bei einer weiteren Verschärfung der Vorschriften könnten Touristen künftig wegbleiben, befürchtet die UNT.

Zwischen den Stadtverwaltungen habe es in dieser Sache auch noch keine Gespräche gegeben, sagt Gönner. Das Thema sei in der jüngsten Aufsichtsratssitzung der UNT angesprochen worden, "aber der Kollege war da nicht dabei". Noerenberg macht keinen Hehl daraus, dass er sich ein Betreibermodell vorstellt und weniger den finanziellen Einsatz beider Städte. "Ivo Gönner und ich wollten uns keine Badehose anziehen und das Freizeitbad betreiben. Und wir werden uns jetzt auch keine Camping-Kappe aufsetzen und an der Parkplatzschranke stehen."

Erste Namen künftiger Betreiber wollte Noerenberg nicht kommentieren, "bevor wir mit unserem Partner gesprochen haben". In der Öffentlichkeit waren als Betreiber das Wonnemar-Freizeitbad genannt worden, auch das beauftragte Gutachterbüro, das solche Anlagen führt. Und nicht zuletzt hatte sich der Ulmer FWG-Stadtrat Reinhard Kuntz, Optiker aus Wiblingen, auch interessiert gezeigt. Noerenberg: Auf der Basis eines Betreibermodells "können wir gerne weiterdiskutieren, und dann kann sich jeder bewerben".

Dass er nicht unglücklich wäre, die langfristig hohe Pacht loszuwerden, verschwieg Noerenberg nicht. Neu-Ulm bezahlt jährlich 60 000 Euro, weil das Grundstück einst als Fläche für die Erweiterung der Freizeitanlagen, ja sogar für eine Multifunktionshalle in Erwägung gezogen worden war und sich die Stadt das Grundstück sichern wollte. Dann kam 1999 das Pfingsthochwasser, in dem all diese Pläne untergingen.