Der Stadtrat hat einstimmig die Gründung der Diwog beschlossen, der Donau-Iller-Wohnungsgesellschaft. Die Tochtergesellschaft der städtischen Nuwog soll den preisgünstigen Wohnungsbau auch im Landkreis unterstützen. Konkret: in Elchingen und Nersingen. Beide Gemeinden haben sich bereits für die Zusammenarbeit mit der neuen Gesellschaft ausgesprochen, weil sie aus eigener Kraft den Bau günstiger Mietwohnungen nicht stemmen können.

Das Projekt lief bisher unter dem Arbeitstitel „Nuwog Land“. Zunächst hatten auch andere Kommunen aus dem Landkreis Interesse an den Diensten der Nuwog, übrig blieben Elchingen und Nersingen. Auch in anderen Kommunen steigt der Druck, weil günstige Mietwohnungen fehlen. Nuwog-Geschäftsführer Andreas Heipp war deshalb von vornherein offen für die Idee, die Erfahrung und das Know-how der Nuwog im Bauen und Verwalten von Wohnungen anderen Gemeinden zur Verfügung zu stellen.

Stadt soll sich heraushalten

OB Gerold Noerenberg machte in der Stadtratssitzung keinen Hehl daraus, dass er sich in der Frage des sozialen Wohnungsbaus mehr Engagement vom Landkreis gewünscht hätte. Gäbe es eine Wohnungsgesellschaft des Kreises, wäre die Ausweitung der Nuwog-Tätigkeit kein Thema geworden. Nun hat das Landratsamt aber rechtliche Bedenken gegen die Gründung der Diwog.

Als städtisches Unternehmen müssten die Aktivitäten der Nuwog laut Gemeindeordnung auf das Stadtgebiet begrenzt sein, heißt es im Schriftverkehr zwischen Landratsamt und Stadtverwaltung. Das gelte auch für die Tochtergesellschaft Diwog. Einen Beitrag zum Wohnungsbau und zur Stadtentwicklung im Landkreis zu leisten, sei „keine Aufgabe der Stadt Neu-Ulm“, schreibt das Landratsamt.

Um für preisgünstigen Wohnraum in der Stadt Neu-Ulm zu sorgen, bestehe bereits die Nuwog. Für die Gründung der Diwog gebe es demnach keinen Anlass. Das Landratsamt ist also der Auffassung: Die Stadt soll sich heraushalten. Die sieht das allerdings anders, will den eingeschlagenen Weg weiter gehen und fühlt sich von der Rechtsauffassung der Regierung von Schwaben gestärkt.

Als nächster Schritt müssen Elchingen und Nersingen dem Gesellschaftsvertrag zustimmen. Danach könne beim Notar die Diwog gegründet werden, sagt Nuwog-Geschäftsführer Heipp. Voraussichtlich nach der Sommerpause könne die Diwog dann ihre Arbeit aufnehmen.