Am Bodensee-Airport Friedrichshafen ist es am Mittwoch gegen 21.30 Uhr zu einem Zwischenfall gekommen, der einen Großeinsatz für mehr als 280 Einsatzkräfte auslöste. Der Pilot eines 32-sitzigen Passagierflugzeuges auf dem Weg von Friedrichshafen nach Hamburg musste eine eine Sicherheitslandung machen.

Reifenteile auf der Startbahn am Flughafen Friedrichshafen

Der Pilot hatte beim Start am Flughafen Friedrichshafen Erschütterungen am Fahrwerk der Dornier DO328 der Sun-Air wahrgenommen. Er informierte den Tower des Flughafens. Weil das Bodenpersonal auf der Startbahn mehrere Reifenteile entdeckt hatte, entschied sich der Pilot aus Sicherheitsgründen zur Rückkehr zum Airport Bodensee.

Nach der Notfallmeldung aus dem Cockpit der DO328 um 20.39 Uhr löste die Flugleitung Großalarm aus. Entsprechend eines festgelegten Sicherheitskonzepts wurden alle umliegenden Feuerwehren sowie Rettungskräfte verständigt.

Sichere Landung am Bodensee-Airport

Während Feuerwehren, Rettungsdienste und das Technische Hilfswerk anrollten, drehte das stabil fliegende Flugzeug Warteschleifen. Nachdem der Pilot eine Landeerlaubnis erhalten hatte, brachte er die mit 19 Passagieren und drei Crewmitglieder besetzte Maschine sicher auf den Boden zurück. Verletzt wurde niemand.

Experten untersuchten die Maschine nach der Landung und entdeckten, dass sich am hinteren Fahrwerk die Lauffläche eines Reifens gelöst hatte. Diese umherfliegenden Gummiteile hatten am Rumpf kleinere Schäden verursacht. Der Schaden am Flugzeug insgesamt wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt.

Da das Flugzeug bis zur weiteren Untersuchung nicht mehr flugfähig war, musste der Flug ausfallen. Die Passagiere konnten an dem Abend keinen Flug nach Hamburg mehr antreten.

Insgesamt waren rund 280 Rettungskräfte im Einsatz: Die Feuerwehren im Bodenseekreis – Meckenbeuren, Tettnang, Friedrichshafen, Ravensburg, Weingarten, Markdorf und Überlingen – waren alarmiert worden, ebenso Rettungsdienste, das THW und die DRK Schnelleinsatzgruppen.

Letzte Übung für den Notfall im November

Erst im November wurde auf dem Flughafen Friedrichshafen der Notfall geübt. Die Übung hieß "Apron 19"
Erst im November wurde auf dem Flughafen Friedrichshafen der Notfall geübt. Die Übung hieß "Apron 19"
© Foto: Alexander Hofmann

Der Bodensee-Airport Friedrichshafen ist der südlichste Verkehrsflughafen Deutschlands und liegt in Baden-Württemberg in der Vierländerregion unweit von Österreich, Schweiz und Liechtenstein. Der Flughafen trainiert regelmäßig Großeinsätze für Notfälle.

Erst am 22. November 2019 fand eine Notfallübung am Bodensee-Airport Friedrichshafen statt. Bei der Übung "Apron 19" wurde ein Notfall realitätsnah simuliert, in dem die Koordination der verschiedenen Rettungsdienste vor Ort im Mittelpunkt stand.