Ulm Nostalgischer Glamour mit Sarah Connor im CCU

Ulm / WALTER NOTZ 13.12.2013
Ballsaalromantik und weihnachtliche Stimmung beim Auftritt von Sarah Connor. Zusammen mit Andrej Hermlins Christmas Swing Orchestra verzauberte sie ihre Fans im leider nur halbvollen Congress Centrum.

Jahrelang war sie Dauergast in den deutschen Charts, zuletzt hat sich Sarah Connor etwas rar gemacht. Das letzte Album erschien vor drei Jahren, danach noch Auftritte als Jury-Mitglied der Castingshow X-Factor. Vielleicht ein Grund für den einzigen kleinen Wermutstropfen des Konzerts. Gerademal 700 Fans waren in das Congress Centrum gepilgert. Aber die haben Kommen mit Sicherheit nicht bereut, denn es wurde ein romantischer, aber nie kitschiger, vor allem aber ein sehr herzlicher Konzertabend mit glänzenden Musikern.

Einen schon lange gehegten Wunsch erfüllt sich Sarah Connor schon vor Weihnachten. Als sie 2012 zum ersten Mal bei einem Festival in Berlin mit Andrej Hermlin und seinem Swing Orchester auftrat, reifte die Idee, wie sie ihr "Christmas in My Heart"-Album kongenial auf die Bühne bringen könnte. Im CCU begeisterte die Sängerin mit Swing, Pop, Jazz und harmonierte wunderbar mit Hermlins mitreißendem Orchester.

Schon mit den ersten Takten hatten Andrej Hermlin and The Christmas Swing Orchestra klar gemacht, wohin musikalisch die vorweihnachtliche Reise gehen würde. Schwungvoll hinein ins "Winter Wonderland", mit einem reich geschmückten Christbaum auf der Bühne, Kristallleuchtern und Orchestermusikern in eleganten Anzügen mit Fliege. Nur die Krippe mit Maria, Josef, dem Jesuskind und den heiligen drei Königen wirkte ein wenig an den Rand geschoben.

Und dann kam sie auf die Bühne. Im langen schulterfreien Abendkleid, lässig mit den Fingern schnippend, swingte Sarah Connor gleich mal zusammen mit "Rudolph, the Red-Nosed Reindeer" los. Ein Augenzwinkern hier, ein kleines Winken da, von Anfang an erlag das Publikum dem Charme der Sängerin, die zugegeben nicht nur toll aussieht, sondern auch mit ihrer Stimme absolut überzeugte. Sarah Connor bewies an diesem Abend, dass musikalisch weitaus mehr in ihr steckt als dahingehauchte Balladen oder clever produzierte Popsongs mit RnB-Touch.

Zwischen den Songs erwies sie sich als charmante Gastgeberin, die auch über sich selbst lachen kann, wenn sie etwa ankündigte, so manches Lied ganz eigen zu interpretieren, oder auf ihre Panne beim Singen der Nationalhymne abhob: "Singt mit mir so gut ihr könnt, ihr müsst auch nicht immer ganz textsicher sein!"

Besonders der zweite Teil des Abends war musikalisch ein echter Genuss. Im Stil der legendären Andrew Sister erklang "Santa Claus is Coming to Town", ganz nah und eindringlich danach das "Ave Maria". Ihre Version von Leonard Cohens "Hallelujah" war ein grandioser Höhepunkt des Abends. Einen ganz besonderen Schlusspunkt ihres umjubelten Konzerts setzte Sarah Connor mit "Little Love", einem brandneuen Lied über ihre drei Kinder. Das sang sie am Bühnenrand sitzend inmitten ihrer Fans. Ein echter Gänsehaut-Moment.