DFB Pokal gegen Frankfurt SSV Ulm 1846 Fußball: Risiko-Spiel? So ist das Konzept der Polizei

Archivbild: Polizeieinsatz bei einem Spiel 2014. SSV Ulm gegen SSV Reutlingen
Archivbild: Polizeieinsatz bei einem Spiel 2014. SSV Ulm gegen SSV Reutlingen © Foto: Volkmar Könnecke
Ulm / Hans-Uli Mayer 17.08.2018
Nach Angaben der Polizei gibt es vor dem Pokalhit gegen Frankfurt keine Hinweise auf Gewalt.

Für Spieler wie für Fans des SSV 46 Fußball dürfte der Pokalhit am Samstag gegen Titelverteidiger Eintracht Frankfurt das Spiel des Jahres sein. Für die Polizei ist es ein Risiko-Spiel. Kein Hoch-Risiko-Spiel, aber eben eines, bei dem zwei Mannschaften mit Problem-Fans aufeinandertreffen. „Das Potenzial ist da“, sagt der Einsatzleiter bei der Ulmer Polizei, Josef Veser. Das Gute: Wegen der unterschiedlichen Ligenzugehörigkeit gebe es keine traditionelle Fan-Feindschaft.

Die Polizei ist dennoch alarmiert. Immer wieder sind Ulmer Fußballfans bei Auswärtsspielen aufgefallen, zuletzt während und nach dem Spiel im Mai, in dem sie sich für den jetzt anstehenden DFB-Pokal qualifiziert haben (wir berichteten). Am Samstag werden zum Spielbeginn um 15.30 Uhr 18 440 Zuschauer im Donaustadion sein, so viele Karten durften nach Vorgaben des DFB verkauft werden – etwas weniger als das offizielle Fassungsvermögen, das bei 19 500 liegt.

Über die Stärke der Einsatzkräfte macht die Polizei keine Angaben. „Wir sind gut aufgestellt“, sagt der Einsatzleiter, der zumindest einräumt, dass sowohl berittene Polizei als auch Hundeführer und vor allem Videoteams vor Ort sein werden, die sich auf die beiden Fanblöcke konzentrieren.

Problemfans sind Polizei bekannt

Ein wenig erschwert wird der Polizeieinsatz durch die bauliche Situation im Ulmer Donaustadion. Dort sei die letzten Jahre nicht viel in Sicherheits-Architektur investiert worden, um die gegnerischen Fans leichter voneinander getrennt zu halten. Wegen dieser Umstände seien deutlich mehr Polizisten erforderlich als in vergleichsweise modernen Stadien, sagt Veser.

Nach Auskunft der Polizei deutet momentan nichts auf einen Konflikt hin. Die Problemfans auf beiden Seiten sind bekannt. Schon im Vorfeld arbeiten die so genannten szenekundigen Polizeibeamten mit den Fanbeauftragten beider Vereine zusammen, sie stünden in engem Kontakt, sagt Veser. Nach seinen Worten begleiten die Frankfurter Fan-Polizisten die Eintracht-Anhänger auf der Fahrt nach Ulm.

Die Polizei verfolgt im Vorfeld auch die so genannten sozialen Medien, ob sich dort Konflikte andeuten. „Derzeit tut sich nichts im Internet“, sagt Veser, was nicht zuletzt auch daran liegt, dass Ulmer und Frankfurter Fans bislang wenig bis nichts miteinander zu tun hatten. Veser geht auf Ulmer Seite von 150 bis 200 Problemfans aus, wobei da auch viele Mitläufer eingerechnet seien.

Werner Schmitt ist Sicherheitsbeauftragter des SSV 46 Fußball und nach eigenen Angaben seit der Auslosung an der Arbeit. „Für mich als Ehrenamtlicher ist das ein Halbtagesjob.“ Er sieht sich und den Verein gut vorbereitet. Auch Vereinsboss Anton Gugelfuß spricht davon, „alles Menschenmögliche“ getan zu haben. Insgesamt stellt der Verein mit eigenen Helfern und dem Sicherheitsdienst SHS 220 Personen.

Parkplätze könnten eng werden

Hinter den Kulissen gebe es außerdem einen regen Kontakt zu den Fangruppen, um mögliche Eskalationen zu vermeiden. „Seit Jahren machen wir wirklich viel auf dem Gebiet. Ich habe den Eindruck, dass niemand Ärger will“, sagt Gugelfuß.

Die Stadt ruft die Fans auf, möglichst mit dem öffentlichen Nahverkehr zu kommen. In der Oststadt werden viele Wohnstraßen gesperrt sein. Der VfL-Parkplatz ist für Einsatzkräfte und Gästefans reserviert. Als Besucherplätze stehen die Parkflächen der Messe zur Verfügung.

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Mit der Tram ins Stadion

Nahverkehr Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) rechnen am Samstag mit mindestens 3000 Fahrgästen, die mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Stadion wollen. Deshalb wird der Ersatzverkehr auf der Linie 1 an diesem Tag unterbrochen, es verkehren ganztags wieder Straßenbahnen, die weitaus mehr Menschen befördern können als Busse. „Wir erwarten so viele Fahrgäste, dass Busse nicht ausreichen würden“, sagt Ralf Gummersbach von den SWU. Erst um 22 Uhr wird wieder auf den Bus-Ersatzverkehr umgestellt. Für die SWU und die Baufirmen ist das ein erheblicher Aufwand, sagt der Projektleiter. „Wir müssen alle Baustellen so freiräumen, dass die Straßenbahnen fahren können.“ Zusätzlich werden vor und nach dem Spiel Busse eingesetzt, die vom Bahnhof zum Stadion verkehren und umgekehrt. cik

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