Fürs Image der AfD ist das ein herber Schlag. Ausgerechnet Markus Mössle, eine zentrale Figur der baden-württembergischen Neonazi-Szene der 80er-Jahre, soll die populistische Partei beim Einzug in den Ulmer Gemeinderat anführen.  Da tun sich selbst die Parteifreunde schwer. Auch wenn sich der heute 56-Jährige inzwischen als geläuterter  Staatsfeind sieht und als resozialisierter Staatsfreund gibt.

Die Nominierung Mössles hat die Wahlliste der AfD gesprengt. Es sind gerade noch vier Bewerber bereit, ihren Namen für den Wahlvorschlag herzugeben. Darunter die Mutter des Spitzenkandidaten. Die prominenten Funktionäre der Region distanzieren sich. Reichlich spät, wie selbst der AfD-Landtagsabgeordnete und Vize-Ortschef Daniel Rottmann zugibt.

Ein scheinheilige Finte! Denn in den vergangenen drei Jahren war der vorbestrafte Betriebswirt der AfD recht – als Helfer an den Infoständen und Veranstaltungen der Partei. Dass Markus Mössle daraus jetzt sein Recht ableitet, für den Ulmer Rat zu kandidieren, geschieht der AfD recht. Und könnte der politischen Kultur in der Stadt guttun. Denn die Partei der Populisten wird sich am 26. Mai schwertun, das Rathaus zu entern. Eine gute Nachricht. Für all jene, die im AfD-Rechtsausleger Bernd Höcke mehr sehen als einen „Nationalromantiker“.

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