Ulm / Verena Schühly Die Stadträte haben am Dienstag zwar kontrovers diskutiert, aber nicht abgestimmt. Die Verwaltung lehnt die Vorschläge der Grünen ab.

Wird es in Ulm einen Hundespielplatz geben? Die Frage ist noch nicht entschieden: Die Stadträte im Fachbereichsausschuss Stadtentwicklung des Gemeinderats haben am Dienstag darüber kontrovers diskutiert, aber es gab keine Abstimmung.

Vorschläge für einen geeigneten Platz

Wie berichtet, haben die Grünen in Person von Annette Weinreich das Anliegen vorangetrieben. Zwei Anträge und eine Petition sind seit 2016 diesbezüglich im Rathaus eingegangen mit dem Ziel, in der Innenstadt einen Platz einzurichten, auf dem Hundebesitzer ihre Vierbeiner ohne Leine laufen und miteinander spielen lassen können. Überall sonst in der Stadt gelte Leinenpflicht. Auch konkrete Standorte wurden vorgeschlagen: auf einer Wiese am Valckenburgufer zwischen Hotel und Schule; in den Ehinger Anlagen; auf den Grünflächen zwischen Heidenheimer und Nagelstraße am Ostplatz.

Dazu nahm nun die Verwaltung Stellung – und schmetterte die Vorschläge ab. Baubürgermeister Tim von Winning sagte: „Es wird kaum einen Ort geben, wo wir das konfliktfrei einrichten können.“ Bis auf das Valckenburg­ufer lägen alle vorgeschlagenen Standorte im Glacispark: „Dort ist der Nutzungsdruck immens.“ Überdies sollten die Glacis-Anlagen im Zuge der Landesgartenschau 2030 aufgewertet werden.

In Zeiten, in denen Ulm mit ihren Pflichtaufgaben hinterherhinkt, ist die Diskussion um einen Hundeplatz eine Lachnummer.

„Nicht weiterverfolgen“

Winnings Fazit: „Wir empfehlen, das Thema nicht weiterzuverfolgen.“ Zumal ein Hundeplatz keine öffentliche Aufgabe sei. „Wenn überhaupt“, dann sieht er nur außerhalb der Kernstadt denkbare Plätze: unter der Blautalbrücke in Söflingen oder am Kutschenberg in Wiblingen. Der Platz müsse aber von privater Hand betrieben und unterhalten werden.

Annette Weinreich argumentierte nochmal für ihr „Herzensthema“ und verwies darauf, dass andere Städte solche Hundeplätze eingerichtet haben. Auch Brigitte Dahlbender (SPD), Sabine Schuler (CDU) und Rose Goller-Nieberle (FDP) signalisierten Verständnis für den Grünen-Antrag. Dahlbender: „Wir sollten das Thema nicht grundsätzlich ad acta legen.“

Mit Ablehnung reagierten hingegen Siegfried Keppler und Bertram Holz (beide CDU) sowie Gerhard Bühler (FWG). Karl Faßnacht kündigte Widerstand aus Söflingen an, sollten die Pläne auf die Blautalbrücke herauslaufen: „Da haben viele Menschen ihre Kleingärten. Denen ist am Wochenende das Gebell nicht zuzumuten.“

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