Kommentar Chirin Kolb über den Wohnungsbau in Ulm Nicht nur in die Breite bauen

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Ulm / Chirin Kolb 07.08.2018

Es war ein ehrgeiziges Ziel, als der Gemeinderat 2016 beschloss, in Ulm innerhalb von fünf Jahren den Bau von 3500 Wohnungen zu ermöglichen. Nach knapp der Hälfte dieser Frist lässt sich sagen: Eine Punktlandung wird es wohl nicht. Auf die genaue Jahreszahl oder die Anzahl der Wohnungen kommt es nicht an. Entscheidend ist, dass Verwaltung und Stadträte entschieden daran arbeiten, Druck aus dem Wohnungsmarkt zu nehmen.

Dazu sind weitere Baugebiete nötig, keine Frage. Städte können aber nicht immer nur in die Breite gehen. Genau so wichtig ist deshalb, Brachflächen zu nutzen, sinn- und maßvoll nachzuverdichten und in der Kernstadt höher zu bauen. Man muss nur einmal aufmerksam durch die Straßen gehen um zu sehen, dass die Nachkriegsbebauung an vielen Stellen eher zu einer Kleinstadt passt als zum Zentrum einer 120 000 Einwohner großen Stadt.

Wer in der Stadt lebt, wohnt enger und dichter. Gerade Wohngebiete, die mit der Straßenbahn erreichbar sind, dürfen nicht nur aus Reihenhäuschen bestehen. Das gilt auch für die Kohlplatte im Söflinger Westen. Mehrere Fraktionen denken bereits über eine Verlängerung der Linie 1 nach, wenn diese Äcker in 10, 15 Jahren Bauland werden. Ulm verträgt durchaus noch mehr Urbanität, und das heißt auch: Höhe.

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