Meinung Kommentar zu Tempo 30 in der Frauenstraße: Nicht klein beigeben

Lokalredakteur Christoph Mayer.
Lokalredakteur Christoph Mayer. © Foto: SWP
Ulm / Christoph Mayer 07.06.2018
Die Verwaltung sollte mit der Empfehlung des Petitionsausschusses deshalb kreativ umgehen und keinesfalls klein beigeben.

Gut durchdacht war das Ende 2015 verhängte Tempo-30-Limit für die Frauenstraße nicht. Der – von einer Grünen-Politikerin – geleitete  Petitionsausschuss des Landtags hat die kommunale Verordnung ohne viel Federlesen gekippt, weil einfache Standards nicht beachtet worden waren. In einer innerstädtischen Vorfahrtstraße mal eben Tempo 30 einzuführen, geht eben nicht. Das ist eine Schlappe für die Verwaltung. Da gibt es nichts zu deuteln.

Das heißt aber mitnichten, dass die Stadt inhaltlich daneben liegt. Wenn nicht gerade Stau ist, wird in der Innenstadt zu viel gerast und gedrängelt. Das gilt insbesondere für den Altstadtring, auf dem – siehe Olgastraße – immer wieder schwere Unfälle passiert sind. Auch die Frauenstraße war zwischenzeitlich zur flotten Flaniermeile für die Poser- und Tuning-Fraktion geworden. Dem einen Riegel vorzuschieben, ist richtig. Auch aus Klima- und Lärmschutzgründen führt daran kein Weg vorbei: Die Stadt der Zukunft ist eine langsame Stadt.

Die Verwaltung sollte mit der Empfehlung des Petitionsausschusses deshalb kreativ umgehen und keinesfalls klein beigeben. Ein paar Sonderregelungen, ein paar modifizierte Schilder dürften reichen, um dauerhaft Schleichtempo durchzusetzen. Und wer sagt eigentlich, dass die Frauenstraße auf alle Ewigkeit Vorfahrtstraße bleiben muss?

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