Kommentar Christine Liebhardt zum Konflikt zwischen Wohnen und Visionen Nicht ernst zu nehmen

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Autorenfoto © Foto: Könneke Volkmar
Christine Liebhardt 19.07.2018

Was ist notwendiger in Ulm: innenstadtnahen Wohnraum zu schaffen in einem erschlossenen Gebiet mit bereits vorhandener, bester Infrastruktur? Oder doch lieber Freiflächen zu erhalten, über den Tellerrand des Tagesgeschäfts hinausschauen, Visionen entwickeln, wie es die CDU-Stadträte fordern? Siegfried Keppler jedenfalls bestätigte gestern nochmal, sein Donauhafen-Vorschlag sei ernst gemeint, „natürlich!“. Den Fluss schiffbar zu machen, sei demnach, Zitat: „Überhaupt kein Problem.“

Dabei ist eine Marina in der Friedrichsau nur ein Nebenschauplatz, den man ohnehin nicht ernst nehmen kann bei einem Fluss, der vor Ort gestern einen Pegelstand von 1,30 Meter hatte, der regelmäßig ausgebaggert werden muss und für den die Schachteln aus gutem Grund mit flachem Boden konstruiert werden. Geschenkt.

Dass Keppler und seine Fraktion über die Auswirkungen der Bebauung informiert werden wollen, ist vollkommen legitim, ebenso, dass sie an die Zukunft denken. Nicht aber, dass sie deshalb die Weiterentwicklung der Stockmahd-Fläche verzögern wollen. Denn wer nichts entscheidet, der entscheidet sich auch: gegen den schnellen Bau von dringend benötigten Wohnungen. 700 davon will die Stadtverwaltung jedes Jahr schaffen – und irgendwo müssen sie herkommen.

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