Von morgens bis abends spielen – was locker klingt, ist natürlich auch Arbeit. Aber eine, die Spaß macht, wenn man Franz Schwenck vom täglichen Geschäft im „Spielespatz“ erzählen hört. Das Geschäft in der Herdbruckerstraße ist der Nachfolger des Spieleladens Morgenland, der manchen aus der eigenen Kindheit noch ein Begriff ist – er war zwischen 1990 und 2010 in der Neuen Straße zu finden.

Franz Schwenck: Seit sieben Jahren im „Spielespatz“

Franz Schwenck steht seit über sieben Jahren hinter der Ladentheke oder sitzt am Spieletisch. Zuerst als 450 Euro-Kraft neben dem Studium und da dieses irgendwann nicht mehr der Knaller war, inzwischen als fester Mitarbeiter. Nun könnte man meinen, jemand, der sich so leidenschaftlich dem Thema Spielen widmet, ist seit frühester Kindheit selber Spieler – aber weit gefehlt! „Ich selber habe als Kind nur wenig gespielt – meist an Weihnachten. Das war dann am zweiten Weihnachtsfeiertag, fünf erschöpfte Leute sitzen am Esstisch, spielen Monopoly und eigentlich streitet man sich nur“, erinnert sich Schwenck. „Deshalb hab ich mich wohl damals mit Brettspielen auch nie so anfreunden können.“

Magic-Karten: Spieler treffen sich zum Tauschen

Im Jahr 2012 entdeckte Schwenck allerdings das Kartenspiel „Magic“ für sich und damit auch das Morgenland. Denn dort gab es neben den neuesten Karten auch Tauschgruppen – und die gibt es teilweise bis heute. Sein Chef, Hartmut Witt, ist seit 30 Jahren Spiele­erfinder, zusammen sind beide abwechselnd für ihre Kunden im „Spielespatz“ da. Und das sind nicht nur Menschen, die Spiele für eine nette Runde suchen, es gibt auch eine ganze Menge Spieleprofis. Für die gibt es dann auch richtige Turniere – „und das waren schon mal 180 im Jahr“, erinnert sich der 33-jährige Schwenck. Gerade geht in dieser Richtung leider gar nichts mehr, Corona lässt grüßen. Mit Facebook- und WhatsApp-Gruppen halten sich Spieler und Mitarbeiter gegenseitig auf dem Laufenden, „es werden Termine besprochen und Fragen beantwortet“, sagt Schwenck.

Brüssel

Preise der Internetriesen machen „Spielespatz“ zu schaffen

Das Thema Konkurrenz aus dem Internet ist natürlich auch beim „Spielespatz“ präsent: „Ich hab schon viele gesehen, die hier durchlaufen und am Smartphone direkt die Preise vergleichen. Das ist dann schon wie ein Schlag ins Gesicht“, gibt Schwenck zu.
„Leider können wir nicht mit den Preisen der Internetriesen konkurrieren, Vergünstigungen hängen an den riesigen Mengen, die dort auf einen Schlag bestellt werden. Was wir aber anbieten können, ist eine Top-Beratung. Ich selber spiele bis zu 200 Spiele im Jahr und habe deshalb auch immer Tipps für das richtige Spiel: Ist man eine Familie, machen eher kleinere Kinder mit oder schon ältere, ist man eine Jugendgruppe oder möchte man lieber strategische Spiele spielen? Auch für die Studenten-WGs haben wir immer mal wieder neue Ideen für Trinkspiele – vieles kann man gut zweckentfremden“, grinst er. „Und wir haben auch Geheimtipps von ganz kleinen Verlagen da oder Spiele, die durch Crowdfunding zustande gekommen sind, das sind die weniger bekannten, die können aber richtig genial sein.“

Spiele-Klassiker sind nach wie vor gefragt

Dass er dabei wirklich oft ins Schwarze trifft, freut ihn: „Ich bekomme immer wieder positives Feed­back, dass man genau das richtige Spiel für schöne Stunden mit Freunden oder der Familie hatte, weil das Spiel wirklich gepasst hat.“ Gerade zu Coronazeiten ist der ein oder andere wieder auf den Geschmack des gemeinsamen Spielens gekommen: „Da haben wir viel Abwechslung im Sortiment.“ Nach den aktuellen Bestsellern gefragt, meint Franz Schwenck: „Viele Klassiker sind immer noch gefragt:
  • oder ,Pandemie‘,
  • kooperative Spiele wie ,Exit Spiele‘
  • oder ,Unlock‘,
  • aber auch schnelle Kartenspiele, wie ,6 nimmt’,
  • ,My City’
  • oder ,Dominion’.“