1. Die Baustellen in Ulm

In Ulm strapazieren Großbaustellen die Nerven der Anwohner, Verkehrsteilnehmer und Händler.
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Ein neues, riesiges Einkaufscenter mitten in der Stadt (Sedelhöfe), kaputte Brücken (Gänstorbrücke), eine neue Straßenbahn (Linie 2) – Ulm findet immer irgendeinen Grund, irgendwo eine Baustelle einzurichten. Ja, schon klar, hier wird gearbeitet, damit alles irgendwann mal schöner und besser ist. Aber das bringt all denen zunächst einmal nichts, die dadurch stundenlang im Stau stehen, deren Bus jeden Tag zu spät kommt, oder die vor lauter Baustellen einen Riesenumweg laufen müssen. Und das Allerschlimmste: Es hört nie auf! Jüngstes Beispiel ist die Großbaustelle in der Friedrich-Ebert-Straße. Verzögerungen könnten dazu führen, dass die Straße am Bahnhof bis 2023  (!) einseitig gesperrt bleibt. Wir sind in Gedanken beim Ulmer Handel. Hier sind Existenzen bedroht ...

2. Die überfüllten Lokale in Ulm

Wer in Ulm mit einer größeren Gruppe spontan Essen gehen will, findet in den Lokalen nur mit Glück einen Tisch.
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Der „Leise e.V.“ mag da widersprechen – aber wer ab und zu in Ulm abends essen geht, weiß: Es gibt zu wenig Lokale. Oder wie lässt es sich anders erklären, dass kaum ein Platz zu ergattern ist? „Haben Sie reserviert?“ ist einer der Standardsprüche des Personals. Unter der Woche kann man mit Glück noch spontan einen Tisch ergattern – vor allem wenn man nur zu zweit unterwegs ist. Aber wer am Wochenende mit mehr als vier Personen essen gehen will, sollte Wochen im Voraus reservieren. Eine weitere Schattenseite dieses „Lokalmangels“ ist die enge Bestuhlung in den Restaurants. Knie an Knie sitzt man da mit dem Nebenmann. Wegen des hohen Geräuschpegels muss man sein Gegenüber ständig anschreien. Oder man sagt einfach nix und hört den Leuten am Nebentisch zu.

3. Die Wohnungssuche in Ulm

Die Wohnungssuche in Ulm wird nicht selten zur Geduldsprobe.
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Wer heute in Ulm oder Neu-Ulm eine Wohnung sucht, braucht Zeit. Anfragen, die ins Leere laufen, ein barsches „Ist schon vergeben“ am Telefon oder Massenbesichtigungstermine mit anderen Interessenten, die alle besser verdienen und die Kaution sofort bar hinblättern können … Man kommt sich ein bisschen vor wie auf Jobsuche: Am besten hat man eine Bewerbermappe im Gepäck – die letzten Gehaltsabrechnungen und ein tadelloses Zeugnis vom Vormieter inklusive. Hartes Pflaster, gerade für Studenten: Wer nicht in einem der Studentenwohnheime oder einer WG unterkommt, kann sich neben Wohnungs- gleich auch Jobannoncen durchlesen. Denn um sich eine Wohnung vom freien Markt leisten zu können, braucht man entweder reiche Eltern oder einen gut bezahlten Nebenjob.

4. Die Junggesellinnen-Abschiede in Ulm

Schnaps trinkende Frauen, die in der Hirschstraße Passanten ansprechen, gehören zum Shopping-Samstag in Ulm einfach dazu.
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Samstags durch Ulm bummeln, vielleicht irgendwo einen Kaffee trinken und die Atmosphäre auf sich wirken lassen … klingt schön, ging vielleicht vor ein paar Jahren noch problemlos, aber mittlerweile lauert am Samstagnachmittag in der Innenstadt das Grauen: Junggesellinnenabschiede. Schwer zu sagen, wo die jungen Frauen alle herkommen und warum sie sich ausgerechnet Ulm aussuchen. Wie bestellt flanieren jedenfalls die Hirschstraße rauf und runter, quatschen jeden an, der nicht bei drei auf den Bäumen ist. Ältere Damen werden nach ihrer Hochzeitsnacht gefragt, den Herren wird Schnaps verkauft. Es wird gekichert, gequietscht – und vor allem gesoffen. Das mag beim ersten Mal noch ganz nett sein, nervt aber beim hundertsten Mal Angequatscht-werden einfach nur noch. Tipp an alle künftigen Trauzeuginnen: Stuttgart soll ja auch ganz nett sein ....

5. Die Parkplatz-Suche in Ulm

Einen freien Parkplatz zu ergattern, ist zu den Stoßzeiten in Ulm meist eine besondere Herausforderung.
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Auch das ist ein Samstags-Phänomen. Und ein Mittwochs-Phänomen – wenn Wochenmarkt ist. Und ein Feierabend-Phänomen. Man braucht nur noch mal schnell dies und das aus der Ulmer Innenstadt oder will sich auf ein Bierchen oder einen Kaffee treffen. Nur: Wo stellt man sein Auto ab? Das Parkhaus am Rathaus ist voll. Hmmmmm …. Vielleicht im Fischerviertel? Ne. Deutschhaus? Auch nix frei. Mittlerweile ist man so spät dran, dass man seinem Date Bescheid geben sollte, dass man sich verspätet. Das Date ist mittlerweile eh schon wieder weg und das Geschäft, in dem man was besorgen wollte, hat Feierabend gemacht. Dann halt nicht!

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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