Eigentlich gibt es in Ulm gar nicht so viel zu beachten. Der Stolz der Stadt ist das Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt (161,53 Meter). Die Grundnahrungsmittel heißen Spätzle, Zwiebelroschdbraten und Hefewoiza.

Was für Inder die Kuh ist, ist für Ulmer der Spatz – und der Schwörmontag ist ohnehin heilig. Ändern müsste man in Ulm nicht viel: Die vielen Baustellen könnten mal fertig werden. Und ein Fahrverbot für Heidenheimer (HDH), Günzburger (GZ) und Biberacher (BC) wäre auch nicht schlecht …

Ganz so einfach ist es aber dann doch nicht. Ulmer wird man schließlich nicht über Nacht. Doch es gibt einige Dinge, die man tun kann, um sich zumindest als „Nei­gschmeckter“ zu fühlen. Anderes steht auf der roten Liste.

Die Do's in Ulm:

1. Den Ulmer Weihnachtsmarkt besuchen

Ulms Winterwunderland: der Weihnachtsmarkt.
Ulms Winterwunderland: der Weihnachtsmarkt.
© Foto: Volkmar Könneke

Kurz vor der Adventszeit verwandelt sich der Münsterplatz in ein buntes Winterwunderland. Mehr als 130 Buden bieten kulinarische Köstlichkeiten und Weihnachtsartikel, zudem es gibt verschiedene Events. Mit rund einer Million Besucher pro Saison gehört der Ulmer Weihnachtsmarkt zu den beliebtesten Märkten in Süddeutschland. Die besondere Atmosphäre unterm höchsten Kirchturm der Welt spricht sich rum.

2. An Schwörmontag: Beim Nabada mitmachen

Ulms größte Party: der Schwörmontag.
Ulms größte Party: der Schwörmontag.
© Foto: Matthias Kessler

Ulms „Nationalfeiertag“ ist der Schwörmontag. Höhepunkt des Stadtfests ist das „Nabada“, bei dem Tausende Menschen in bunten Schlauchbooten und Flößen die Donau hinunterschippern. Die wilde Party auf dem Wasser ist für Ulmer und Zugezogene gleichermaßen Pflicht. Danach wird in der Innenstadt weitergefeiert.

3. Den SSV Ulm 1846 Fußball und Ratiopharm Ulm unterstützen

Der Bundesliga-Aufstieg des SSV Ulm 1846 wurde im Sommer 1999 euphorisch bejubelt.
Der Bundesliga-Aufstieg des SSV Ulm 1846 wurde im Sommer 1999 euphorisch bejubelt.
© Foto: Volkmar Könneke

UIm im Sommer 1999: eine Stadt im Ausnahmezustand. Über mehrere Wochen wurde der Aufstieg des SSV Ulm 1846 in die Fußball-Bundesliga frenetisch gefeiert, ein Traum ging in Erfüllung. Doch auf den größten Erfolg der Klubgeschichte folgte der tiefe Fall ins Niemandsland. 20 Jahre und drei Insolvenzen später kicken die Spatzen nun in der Regionalliga. Die Hoffnung auf neue glorreiche Zeiten stirbt zuletzt.

Mit Topspieler Raymar Morgan schaffte Ratiopharm Ulm in der Saison 2015/16 den Einzug in die BBL-Finals.
Mit Topspieler Raymar Morgan schaffte Ratiopharm Ulm in der Saison 2015/16 den Einzug in die BBL-Finals.
© Foto: Lars Schwerdtfeger

Die Basketballer von Ratiopharm Ulm spielen in der Bundesliga. Die vergangenen Jahre waren überaus erfolgreich: 2012 und 2016 standen die Ulmer im Finale der Playoffs. Darüber hinaus schafften sie es 2013 und 2014 ins Pokalfinale. In der aktuellen Saison läuft es für Ratiopharm Ulm mäßig. Derzeit steht der Verein auf Rang neun in der BBL-Tabelle.

4. Eine Partynacht in der Altstadt feiern

In der Ulmer Altstadt sind einige Partykneipen zuhause.
In der Ulmer Altstadt sind einige Partykneipen zuhause.
© Foto: Archiv HZ

Wer in Party-Laune ist, geht in die Altstadt. Diese Regel ist unter Ulmern bewährt. Alle Bars an einem Abend abzuklappern, ist bei mehr als 30 Locations zwar ein ambitioniertes Ziel, aber man wächst ja bekanntlich an seinen Herausforderungen. Wer braucht schon Mallorca, wenn es Ballermann-Feeling direkt vor der Haustür gibt? Kater-Garantie inklusive.

5. Ein Konzert im Ulmer Zelt erleben

Die Sportfreunde Stiller spielten 2016 im Ulmer Zelt.
Die Sportfreunde Stiller spielten 2016 im Ulmer Zelt.
© Foto: Matthias Kessler

Jedes Jahr im Frühling verwandelt sich die Friedrichsau, Ulms grüne Lunge, in einen Festplatz der Kultur. Bands, Rapper, Sänger sowie Kabarettisten treten im Ulmer Zelt auf. Über sieben Wochen wird ein buntes Programm geboten. Das Zelt ist Kult – genauso wie übrigens auch die beiden Zelt-Flohmärkte während der Zelt-Saison auf dem benachbarten Volksfestplatz.

Die Don'ts in Ulm

1. Falschparken

Falschparker haben in Ulm schlechte Karten.
Falschparker haben in Ulm schlechte Karten.
© Foto: Isabella Hafner

Die Ulmer Politessen und Politeure sind fix. Sehr fix sogar. Daher ist äußerste Vorsicht geboten: Wer in Ulm keinen Parkschein löst, hat nach zehn gefühlten Minuten sofort ein Knöllchen unterm Scheibenwischer. Kleiner Tipp am Rande: Im benachbarten Neu-Ulm parkt man die ersten 20 Minuten kostenlos.

2. Höhenangst haben

Der Ausblick von der höchsten Besucher-Plattform des Ulmer Münsters.
Der Ausblick von der höchsten Besucher-Plattform des Ulmer Münsters.
© Foto: Susanne Brändle

Eine der ersten Pflichten für Zugezogene: das Ulmer Münster besteigen. Allerdings sind die Anforderungen nicht ohne. Sportlich sollte man sein, es geht immerhin 768 Stufen nach oben. Doch das ist nur die halbe Miete. Wer Höhenangst hat, dem wird auf der höchsten Plattform (143 Meter) garantiert mulmig.

3. Den schwäbischen Dialekt imitieren

Wenn Auswärtige versuchen, Schwäbisch zu schwätzen ...
Wenn Auswärtige versuchen, Schwäbisch zu schwätzen ...
© Foto: © olly/fotolia.com

„Grüaß Gottchen, desch isch abär a schöanr Dagg heute!“ „Hä?! Bisch bleed, oderwiea?“ Wer nicht Schwäbisch schwätzen kann, soll gefälligst in seinem eigenen Dialekt sprechen oder tunlichst die Gosch halten. Es gibt wohl kaum einen schnelleren Weg, sich hier unbeliebt zu machen als zu versuchen, die Ulmer Mundart zu imitieren.

4. Noch schlimmer: Zum Ulmer Münster „Dom“ sagen

Das Gesicht, wenn Auswärtige zum Ulmer Münster "Dom" sagen ...
Das Gesicht, wenn Auswärtige zum Ulmer Münster „Dom“ sagen ...
© Foto: © Jungerova/shutterstock.com

Noch schlimmer als Dialektnachahmer sind Leute, die das Ulmer Münster „Dom“ nennen. Äh hallo ... Dom?! Dann können wir die Pyramiden von Gizeh ja auch gleich als „Sandburgen“ bezeichnen oder das Kolosseum in Rom zum „Kinderlaufstall“ umbenennen.