Eine junge Frau mit blondem Bob und dunkler Sonnenbrille lacht in die Kamera, dreht sich um sich selbst, präsentiert die neuesten Modetrends – mitten auf einer Straße in der französischen Hauptstadt Paris. Caro Daur gehört zu Deutschlands bekanntesten Influencern auf Instagram. Ihre Videos erreichen mehr als zwei Millionen Abonnenten. Aber wer steht hinter der Kamera?

Es ist eine gebürtige Ulmerin. Christine Bluhm hat sich mit ihrer Ein-Frau-Produktionsfirma „Myfashionclip“ einen Namen in der Modebranche gemacht. Sie filmt für bekannte Influencer, Veranstalter und Unternehmen. Oft ist die 28-Jährige deshalb auf Reisen. Beispielsweise in Italien, Russland oder Südafrika. Stress? Nimmt sie gern in Kauf. „Ich habe meine Leidenschaft zum Beruf gemacht“, betont sie.


Christine Bluhm: Von Kindesbeinen an vom Filmen fasziniert

Schon als Kind begeisterte sich Bluhm für Filmaufnahmen. „Meine Mutter hat mich immer beim Balletttanzen als Kind gefilmt. Irgendwann habe ich mir dann auch selbst eine Kamera gewünscht“, erinnert sich sich. Sie dokumentierte Familienurlaube, Klassenfahrten – Momente, die nicht wieder kommen. Trotz ihrer Faszination für das Medium Film entschied sich die junge Frau nach dem Abitur für ein Lehramtsstudium in München, wählte die Fächer Spanisch und Französisch. Um ihr Studium mit ihrer Leidenschaft zu verbinden, studierte sie zusätzlich Medienpädagogik. Während eines Auslandssemesters in Lille belegte Bluhm Filmkurse. Im April 2015 entschied sie sich schließlich über Nacht dafür, „Myfashionclip“ zu gründen. „Ich wollte Modeclips machen, einfach das, was mir Spaß macht“, sagt sie rückblickend. Diese Entscheidung fiel in einen Zeitraum, in dem das Geschäft mit den Influencern boomte.

„Myfashionclip“: Unkonventioneller Stil wird Markenzeichen

Es war ihr unkonventioneller Stil, der Bluhm direkt zu Beginn ihrer Arbeit als Filmemacherin Aufmerksamkeit in der Modebranche brachte. Die Quereinsteigerin filmte anfangs ausschließlich mit der Handkamera, vertraute auf ihre Intuition und wählte außergewöhnliche Perspektiven. „Ich glaube, dass mich das von vielen Filmemachern unterschieden hat“, erzählt sie.

Während andere im Büro sitzen und sich nach dem nächsten Urlaub sehnen, ist Bluhm unterwegs. Meist im Zug, denn in dieser Zeit schneidet sie ihre Filme. Ganz nach Instagram-Manier hat sie sich einen Hashtag zum Motto gemacht: #beautyiseverywhere. „Behind-the-scenes Aufnahmen sind oft aussagekräftiger als gestellte Bilder und Produktionen.“, sagt Bluhm.

Sie trifft Prominente wie Christian Louboutin oder Thomas Gottschalk

Auch wenn Bluhm inzwischen mit professionellem Equipment unterwegs ist, bleibt sie sich und ihrem Stil treu. Das scheint sich zu bewähren. Die Ulmerin ist häufig gebucht, trifft auf Veranstaltungen Prominente wie Moderator Thomas Gottschalk, Designer Christian Louboutin oder Auma Obama – die Halbschwester des ehemaligen US-Präsidenten.

Im August fliegt Bluhm in die USA und dreht dort einen Clip für ein aufstrebendes Modelabel. Der Kontakt kam während der Fashion Week zustande, als Bluhm in einem Pariser Café saß und mit einer jungen Frau ins Gespräch kam – die Freundin des Designers. Genau solche Begegnungen seien Bluhm zufolge das Spannende an diesem Job: „Man weiß nie, was einen erwartet. Es zählt in der Branche, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein.“

Bluhm kommt gerne nach Ulm zurück

Trotz der Doppelbelastung durch Filmproduktionen und Referendariat – Bluhm unterrichtet derzeit an einer Schule in Bayern – kommt sie regelmäßig in ihre Heimatstadt Ulm. Hier besucht Bluhm Familie und Freunde. Ihr Lieblingsplatz in der Donaustadt ist „Die Bar“, das Lokal eines ehemaligen Schulfreundes. Meetings plane sie gerne im „Fräulein Berger“ in der Herrenkellergasse. „Ich freue mich immer, nach Ulm zurückzukommen.“

Bluhm hat bereits Zukunftspläne geschmiedet

In Zukunft will sich Bluhm ausschließlich dem Filmen widmen. „Ich gehe jeden Tag gerne in die Schule, aber viele Aufträge kann ich dadurch nicht annehmen.“ So wird sie sich nach ihrem abgeschlossenen Examen erst mal auf ihre Aufträge konzentrieren. Ob das nun weiter im Mode- und Beautybereich oder zusätzlich auch in der Hotel- und Dienstleistungsbranche ist, hält sie sich offen. Bluhm: „Ich würde mich auch über Projekte in Ulm freuen, dann könnte ich wieder etwas mehr Zeit hier verbringen.“