Paukenschlag in der lokalen Club-Szene: Roy Bichay und Michael Günzer haben zum 1. Juni als Betreiber des „Cabaret Eden“ aufgehört. Der Rückzug aus dem Nachtleben stehe schon seit Januar fest, bislang wussten aber nur wenige Eingeweihte Bescheid, erzählt Bichay. Weil der Pachtvertrag auslief, standen die Geschäftspartner zum Jahresbeginn vor der Entscheidung, ob sie fristgerecht kündigen oder  den Club in der Karlstraße weiter betreiben. Letztendlich waren sich Bichay und Günzer einig, das Kapitel Eden „nach vier erfolgreichen Jahren“ beenden zu wollen.

Kreis Göppingen

Cabaret Eden in Ulm: Keine finanziellen Gründe

„Ich bin inzwischen 41 Jahre alt und denke, dass nun der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um mich aus dem Club-Geschäft zurückzuziehen“, erklärt Bichay, der hauptberuflich als Architekt arbeitet. Der Familienvater freut sich darüber, dass ihm künftig mehr Zeit für sein Privatleben bleibt. Michael Günzer, der als Künstler tätig ist und die auffälligen Party-Plakate entworfen hat, möchte sich  nun auf seine Ausstellungen konzentrieren. Bichay betont, dass es keine finanziellen Gründe für den Rückzug gebe. Das Geschäft sei – abgesehen vom Corona-Lockdown für Clubs – sehr gut gelaufen.

In den vergangenen Jahren war es dem Duo immer wieder gelungen, namhafte Künstler  in den Oststadt-Club zu holen. Unter anderem trat der bekannte Rapper „KRS-One“ auf, auch die US-amerikanische Hardcore-Band „Agnostic Front“ spielte dort ein Konzert. Bichay: „Ich kann auf sehr viele schöne Momente zurückblicken.“
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Ulm

Gebäude-Eigentümer Klaus Erb führt Betrieb weiter

Ursprünglich sollten unter der Leitung von Bichay und Günzer noch bis August Partys sowie Konzerte über die Bühne gehen. Doch die Corona-Krise machte ihnen einen Strich durch die Rechnung. Daher einigten sie sich mit Gebäude-Eigentümer und Verpächter Klaus Erb darauf, die Schlüssel schon im Juni abzugeben. Erb, der die Geschäfte im Eden selbst jahrelang führte, wird den Betrieb wieder übernehmen. Er hat die Fassade des Gebäudes bereits neu gestrichen.