Das Feuer kam von allen Seiten. Lodernde Flammen und Rauchschwaden hüllten die Känguru-Auffangstation „Wild2Free“ im Süden Australiens ein. Löschen? Unmöglich. Die Betreiberin Rea Harvey und ihre Helferin mussten flüchten. Ab zum nahegelegenen Fluss und rauf auf ein Rettungsboot, das sie in Sicherheit brachte. Rund 60 Tiere kamen am Silvestertag in den Flammen ums Leben, die Einrichtung brannte bis auf die Grundfesten nieder.

Wild2Free: Spender stiften mehr als 200.000 Dollar

Harvey, die wenige Tage nach dem verheerenden Buschfeuer an den Ort des Geschehens zurückkehrte und dort australischen Medien ihre Situation schilderte, brach vor laufender Kamera in Tränen aus. „Jedes Tier hat eine wunderbare Persönlichkeit, die Menschen wissen gar nicht, wie viel sie für die Umwelt bedeuten“, sagte sie in einem Video. Ihr Lichtblick: 22 Tiere haben die Flammen überlebt, zudem haben Spender rund um den Globus über die Plattform „Go Fund Me“ bereits mehr als 200.000 Dollar für den Wiederaufbau der Auffangstation „Wild2Free“ gestiftet.

„Rock For Roos“ in Ulm: Benefiz-Konzert im Club Schilli

Bald dürfen sich Harvey und die Betreiber der benachbarten Station Cobargo Wildlife Sanctuary auch auf einen Beitrag aus Ulm freuen. Am Samstag, 29. Februar, geht im „Club Schilli“ das Benefiz-Konzert „Rock For Roos“ über die Bühne. Dabei treten bekannte Bands und Künstler aus der Ulmer Region auf.

„Rock For Roos“ in Ulm: Diese Bands spielen am Samstag

Konzert-Organisatorin Yvonne Birkle und Rea Harvey sind befreundet

Die Organisatorin des Events ist Yvonne Birkle. Die 38-Jährige ist ein großer Musik-Fan. Vor allem die australische Pop-Punk-Gruppe „The Living End“ hat es ihr angetan. Als sie sich 2006 ein Band-Tattoo stechen ließ, schickte sie ein Foto an die Musiker. Prompt meldete sich deren damalige Managerin: Rea Harvey. Sie lud Birkle auf ein Konzert ein. Beide freundeten sich an, blieben über Facebook in Kontakt. So konnte Birkle mitverfolgen, wie Harvey das Projekt „Wild2Free“ aufzog und immer mehr Wildtiere bei sich aufnahm.

Am 29. Februar geht das Benefiz-Konzert „Rock For Roos“ im „Club Schilli“ über die Bühne.
© Foto: Rock For Roos

„Als ich zu Beginn des Jahres sah, dass dort alles in Flammen steht, war ich schockiert“, sagt Birkle rückblickend. „Ich habe nach einem Weg gesucht, um Rea und den Tieren zu helfen.“ Birkle, die frühere Bookerin des Studentencafés, ließ ihre Kontakte spielen und stellte das Line-up für das Benefizkonzert in Ulm zusammen. „Alle Bands verzichten auf eine Gage“, betont Birkle. Sie hofft, dass möglichst viele Besucher kommen. Der Mindesteintritt liegt bei sieben Euro. „Wer mehr spenden möchte, kann dies gerne tun. Alle Einnahmen gehen zu einhundert Prozent nach Australien“, so Birkle.