Ulm hat ein neues Souvenir: den 0-Euro-Schein. Er ist auf echtem Banknotenpapier gedruckt, gilt allerdings selbstverständlich nicht als Zahlungsmittel. Die Rückseite des Scheins zieren die Stadtsilhouette und Albert Einstein, weshalb das Souvenir als „Einschein“ bezeichnet wird.
Zu kaufen gibt es das Mitbringsel seit einer Woche in der Tourist-Information am Münsterplatz. Der 0-Euro-Schein kostet zwei Euro und „ist derzeit der Renner“, wie Wolfgang Dieterich, Geschäftsführer der Ulm/Neu-Ulm Touristik (UNT) berichtet. Von 5000 Exemplaren seien bereits mehrere hundert über den Tresen gegangen.

90 Prozent weniger April-Übernachtungen als im Vorjahr

Für Dieterich ist der bisherige Erfolg des Scheins freilich nur ein kleiner Trost in der Corona-Krise, die die Tourismusbranche besonders hart trifft. Die Zahl der Übernachtungen in Ulm und Neu-Ulm ist im Monat April im Vorjahresvergleich um rund 90 Prozent gesunken. Die Hotels dürfen derzeit keine Touristen beherbergen, lediglich Geschäftsreisende belegen wenige Betten. „Im Städtetourismus waren wir in den vergangenen Jahren erfolgsverwöhnt, jetzt haben wir eine Krise zu bewältigen“, sagt der UNT-Chef. Die Wiedereröffnung der Hotels für Touristen zum Ende des Monats – sowohl im baden-württembergischen Ulm als auch im bayerischen Neu-Ulm – sowie den jüngsten Corona-Lockerungen in der Gastronomie sind für Dieterich ein erster Lichtblick.

Mehr Werbung für Freizeitaktivitäten in und um Ulm

In der kommenden Zeit gehe es vor allem darum, die Werbung für Freizeitaktivitäten in der Doppelstadt hochzufahren. Dieterich führt derzeit Gespräche mit der Hotellerie und dem Citymarketing über ein einheitliches Konzept. Unter anderem sollen die:
  • Sehenswürdigkeiten
  • Radwege
  • Wanderwege
  • und Höhlen
in der Region stärker beworben werden. Des Weitern sollen bald wieder Stadtführungen mit begrenzter Teilnehmerzahl stattfinden.
Auch der neue Wohnmobil-Stellplatz am Donaubad, der im Juni eröffnet wird, soll Touristen anziehen. Es gibt dort W-LAN, Müllcontainer, Grauwasserentsorgung sowie Entsorgungsvorrichtungen für Toilettenkassetten, Frischwasser und Strom.

Sedelhöfe: Selfie-Point auf dem Albert-Einstein-Platz?

Weil Messen und Konzerte bis auf weiteres ausfallen, hofft Dieterich auf die Anziehungskraft von Ausstellungen. Beispielsweise die Berblinger-Ausstellung, die bis zum 25. Oktober im Stadthaus läuft. Darüber hinaus setzt Dieterich darauf, dass die baldige Eröffnung der Sedelhöfe Touristen aus der näheren Umgebung anlockt. Hier kommt wieder Einstein ins Spiel. Dem berühmtesten Sohn der Stadt, der 1879 auf dem Gelände des heutigen Einkaufsquartiers geboren wurde, soll ein Selfie-Point gewidmet werden. Dieterich denkt dabei an eine Visualisierung des Geburtsjahres. Zudem gebe es Überlegungen, den Umriss des Geburtshauses auf dem neuen Albert-Einstein-Platz nachzuzeichnen.