Duo New Yorker Duo in Illertissen

Illertissen / Günter Buhles 01.08.2018

Zwei junge New Yorker Musiker waren bei einem Konzert der Reihe „Kultur im Schloss Illertissen“ zu hören, das Timo Handschuh, Chef der Ulmer Philharmoniker, vermittelt hatte und moderierte: Christiana Liberis (Violine) und Michael Hey (Klavier), den Handschuh voriges Jahr in den USA kennengelernt hat. Sie spielten Werke von Fritz Kreisler, César Franck und Johannes Brahms.

Liberis stellte sich vor mit Kreislers „Tambourin Chinois“, einem kurzen Virtuosenstück, einfühlsam begleitet von Hey. Dabei bemühte sie sich, in den markanten Deklamationen des Anfangs den berühmten wienerischen Ton des am Beginn des 20. Jahrhunderts in die USA gewechselten Stargeigers zu feiern. Technische Brillanz war in den tänzerischen Passagen geboten.

Die berühmte Violinsonate von César Frank ging Liberis zunächst verhalten expressiv an, die Möglichkeit zur Steigerung offenlassend. Sie setzte das Legato vor die Klarheit der Phrasen. Der Pianist, vor allem als Organist bekannt, führte mit Präsenz, doch ohne die Geigerin einzuengen. Mit konzentrierten Momenten der Ruhe und des kultivierten Melos im dritten Satz sowie einem wirkungsvoll frisch und optimistisch gestalteten Finale vermochte das Duo sein Publikum im voll besetzten Saal für sich einzunehmen.

Bei der späten Sonate d-Moll von Brahms entspann sich nach der eleganten Eröffnung der Violine und satten Akkorden des Klaviers sensible musikalische Kommunikation. Das Adagio hatte typisch Brahms’schen Ernst. Die diffizile Rhythmik des dritten Satzes führten die beiden locker aus, ebenso die folgende Steigerung an Dichte und Intensität. Die immanenten Kontraste des Presto gelangen bis hin zum fulminanten Schluss.

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