Sanierung Neuplanung für Brückensanierung führt zu seltener Kostenimplosion

Runde Sache: Die Söflinger Kreisbrücke macht den östlichen Teil des Kreisels aus, also den linken Halbkreis. Links am Bildrand sieht man die neue Lärmschutzwand zum südlichen Dichterviertel hin. Rechts geht's in die Söflinger Straße.
Runde Sache: Die Söflinger Kreisbrücke macht den östlichen Teil des Kreisels aus, also den linken Halbkreis. Links am Bildrand sieht man die neue Lärmschutzwand zum südlichen Dichterviertel hin. Rechts geht's in die Söflinger Straße. © Foto: Siegfried Geyer
JAKOB RESCH 11.06.2015
Jetzt endlich kommt die so genannte Söflinger Kreisbrücke im Zuge der Sanierung der B 10 dran. Dafür wird es auch wesentlich billiger als im ersten Anlauf. Mit den Sommerferien sollen die Arbeiten beginnen.

Die Söflinger Kreisbrücke kennen wohl wenige unter diesem Namen. Aber viele fahren drüber. Und noch mehr drunter durch: Die Brücke liegt über dem Westringtunnel. Sie verbindet den Hindenburgring mit der Söflinger Straße und hat im Übrigen eine klare Tendenz: "Sie bewegt sich nach Söflingen hin." Sagt Gerhard Fraidel, bei der Stadt für die Ingenieurbauwerke zuständig. Weswegen jetzt ein starres Lager ersetzt werden muss. So was kostet allein schon 30.000 Euro.

Ohnehin ist die Söflinger Kreisbrücke von 1965 deutlich in die Jahre gekommen, Zustandsnote: 3,7. Das heißt im Fachjargon: ungenügender Bauwerkszustand. Sie muss abgedichtet werden und hat einen neuen Belag und eine bessere Entwässerung nötig. Nach der Sanierung soll die 50 Jahre alte Brücke dann wieder 30 bis 40 Jahre heben.

Klar, dass die Stadträte jetzt den Baubeschluss durchgewunken haben, zumal es in dieser Sache auch eine gute Nachricht gibt: Die Sanierungskosten belaufen sich nämlich nur noch auf etwas über eine Million Euro. Im ersten Anlauf 2013 ging die Stadtverwaltung noch von 1,9 Millionen Euro aus. Und bekam dann ein einziges Angebot vorgelegt - für über 3 Millionen Euro. Konsequenz: Die Ausschreibung der Arbeiten wurde damals aufgehoben.

Die jetzt um 800.000 Euro günstigere Kalkulation hat mit der überarbeiteten Planung und mit veränderten Verhältnissen zu tun. Fraidel: "Wir sind in uns gegangen und haben geschaut, was wir wirklich sanieren müssen." Stadtrat Gerhard Bühler nennt das "kreative Verwaltung". So wird nun darauf verzichtet, die Brücke zu verstärken, weil der Schwerlastverkehr auf der B 10 in Ulm ohnehin gewichtsbegrenzt ist. Außerdem hat sich gezeigt, dass nur ein Teil des Schutzbetons abgetragen werden muss; für die Abdichtung wurde außerdem ein kostengünstigeres Verfahren gefunden.

Andererseits ist mit dem Bau der Lärmschutzwand zum südlichen Dichterviertel hin zwischenzeitlich die Mittelinsel der dort zusammenlaufenden Bundesstraßen B 10 und B 311 umgebaut worden, praktische Folge: Sie kann jetzt überfahren und für die Bauzeit als zusätzlicher Streifen benutzt werden. Umständliche Umleitungen entfallen.

Apropos: In diesem Abschnitt hat sich neben der Straßensanierung also was für Auge und Ohr getan. So steht inzwischen die lange ersehnte Lärmschutzwand zum Dichterviertel hin, mit transparenten Elementen auf einem Betonsockel, Überlegung hierbei: Neben dem Lärmschutz für Anwohner sollen auf der anderen Seite die Autofahrer nicht stur durch eine Röhre rauschen, sondern durchaus erleben, dass sie mitten durch Stadtgebiet fahren.

Außerdem sind die Grünflächen wieder hergestellt worden, die an der Söflinger Kreisbrücke und entlang der Thränstraße mit der Sanierung des Westringtunnels ramponiert worden waren. Die Stadt hat in den letzten Wochen 16 Kiefern, 32 Großsträucher und 160 Kleinsträucher neu gepflanzt. Im Herbst kommen in einer zweiten Phase 10 Rankpflanzen und 39.000 Narzissenzwiebeln dazu, wie sie schon die Grünflächen am Blaubeurer-Tor-Kreisel zum Blühen bringen. Nach Erneuerung des Brückenlagers wird dann auch noch am Restbereich direkt an der Kreisbrücke gegärtnert. Von wegen reiner Betonsanierung.

Diese soll nun mit den Sommerferien beginnen, wie Fraidel sagt, bis Herbst sollen die Arbeiten beendet sein. Die Brücke muss dabei nur für den Belagsauftrag zum Abschluss für zwei Tage voll gesperrt werden. Das wird an einem Wochenende passieren. Fraidel sagt sowieso: "Wir wollen so schnell wie möglich wieder weg sein." Um Luft für den Straßenbahnausbau auf den Eselsberg rauf zu haben, denn: Der Umleitungsverkehr für Busse zur Universität hoch läuft über die Söflinger Kreisbrücke - die dann übrigens bestimmt auch mehr Leute kennen.

B 10: Wie sich Kosten und Baustellen entlang der Ortsdurchfahrt durch Ulm auffädeln

B 10 Eine Million Euro kostet die Sanierung der Söflinger Kreisbrücke. Doch da gibt es ganz andere Kaliber im Programm für die B 10 durch Ulm. Für die Sanierung der Wallstraßenbrücke weiter nördlich sind über 15 Millionen veranschlagt, für die der Brücke übers Blaubeurer Tor über 8 Millionen.

Adenauerbrücke Spitzenreiter ist die Adenauerbrücke im Süden. Maximal zehn Jahre soll sie noch halten. Die Kosten für den dann anstehenden Ersatzneubau werden auf 20 Millionen Euro geschätzt. Derzeit wird beim Bundesverkehrsministerium die Eigentumslage für diese Donaubrücke geklärt. Das ist für die Kostenteilung zwischen Bund und Ländern, Ulm und Neu-Ulm maßgeblich.

Hindenburgring Als nächstes kommt die Fahrbahnsanierung auf dem Hindenburgring Fahrtrichtung Nord dran (vom Westringtunnel bis zum Blaubeurer Tor). Sie soll bis August laufen. Gesamtkosten: 785.000 Euro. Los geht's mit der Betonverpressung, die die Firma Geiger und Schüle 50.000 Euro günstiger als veranschlagt erledigt. Das läuft in zehn Nächten fast vollautomatisch. Es folgt der neue Belag mit lärmminderndem Asphalt. Die Gegenrichtung nach Süden ist schon gerichtet.