Event Kulturnacht: Kultur an 110 Orten in Ulm und Neu-Ulm

Ulm/Neu-Ulm / Birgit Eberle 12.09.2018
Chöre im Münster, Sprengobjekte im Atelier, Live-Rock im Gelenkbus: Kunst aller Art ist am Samstag, 15. September, an 110 Orten in Ulm und Neu-Ulm zu erleben. Rund 500 Kulturschaffende wirken mit, tausende Besucher werden erwartet.

Schade, dass man sich nicht science-fiction-mäßig vierteilen kann. Oder zehnteln. Oder wenigstens für einige Stunden in 110 Klone vermehren kann, dann könnte man sich die Qual der Wahl ersparen: Denn an genau 110 Orten hat die 18. Ulm/Neu-Ulmer Kulturnacht am 15. September Programm in petto. Sie zieht die Menschen nicht nur an etablierte Kultureinrichtungen wie Museen, Galerien, Kirchen, Theater, Bibliotheken und Gedenkstätten: Auch Bars, Cafés und Nachtclubs, Werkstätten, Straßen, Plätze und Wohnungen in der Zweilandstadt an der Donau zeigen Kultur in vielen Facetten.

Viele Genres werden geboten

Inhaltlich wird der Bogen weit über die Genres gespannt. Während in der Herrenkellergasse zum Beispiel schlicht und einfach Bilder bei Kerzenlicht betrachtet werden können, bieten die Mitarbeiter des Theater Ulm ein Labyrinth, das in die Eingeweide der Spielstätte führt  – mit Lesungen und Mini-Konzerten, Performance und Ballett. Mega wäre zu wenig: Die Kulturnacht bietet  giga viel  – von Sprengobjekten bis zum spontanen Ukulelen-Konzert, bei dem jede(r) mitmachen kann. Allein die Musik reicht vom Chorvortrag über Jazz und Live-Rock ’n’ Roll bis zu Punk und Dancefloor.

Unterwegs mit Bus und Bahn

Weil die 110 Kulturpunkte weitläufig über Ulm und Neu-Ulm gestreut sind, trifft es sich gut, dass die Kulturnacht wie in den vergangenen Jahren wieder mit der Aktion „Ohne Auto – mobil“ zusammenfällt und die Besucher gratis Busse und Bahnen im DING-Gebiet nutzen können.

Apropos Busse und Bahnen: Sie werden gleich dreimal selbst zum Veranstaltungsort. Zwei Musikstraßenbahnen drehen mit Rock ’n’ Roll-Bands an Bord ihre Runden. Doch nicht nur auf Schienen wird gerockt, erstmals ist auch ein Gelenkbus mit Barbetrieb und Live-Rock unterwegs. Und der  Radio 7-Bandbus kutschiert die  Band „Erpfenbrass“ zu diversen Auftritts-Stationen in der Ulmer City.

Abschluss des Gummibaum-Projekts

Die Kulturnacht bietet auch den Rahmen für den Abschluss einer besonderen Initiative, die den 50er Jahren gewidmet ist: The Gummibaum Project. Das große Finale der spielerischen Zeitreise geht im Club Eden über die Bühne. Die Fifties-Bar Swobsters liefert die Musik dazu, und die seit wenigen Tagen zum vielbeachteten Kulturtreffpunkt avancierte, denkmalgeschützte (Zundeltor-)Apotheke am Willy-Brandt-Platz vervollständigt mit ihrer Original-Einrichtung das Oststadt-Fifties-Dreieck.

Programm-Überblick mit App

Wie holt man nun das Maximale für sich aus der Kulturnacht heraus? Das ist typabhängig. Ganz Strukturierte mögen vielleicht schon vorher einen genauen Plan ausarbeiten und ihn dann Punkt für Punkt abhaken. Über die Homepage und mit der Kulturnacht-App (siehe unten) kann man sich die individuelle Kult(o)ur zusammenstellen und sich von der App auch erinnern und navigieren lassen. Eine spannende Alternative bleibt selbstverständlich das spontane Sich-durch-die-Nacht-treiben-lassen, bei dem einem bestimmt begeisterte Tippgeber über den Weg laufen werden. Nicht nur retroverliebte „Gummibaum“-Fans verlassen sich gerne auf die gute alte, analoge Mund-zu-Mund-Propaganda.

Veranstaltungen für den guten Zweck

Die Kulturnacht unterhält und bietet ganz nebenbei eine Plattform für den guten Zweck. Die Aktion 100 000 und Ulmer helft ist gleich an zwei Orten präsent: In der SWP-Galerie (Olgastr. 129) wird, akustisch begleitet von der „Klangwelle“ (Dieter Kraus, Vanessa Porter und Uwe Lange), zum letzten Mal die vielteilige Bürgerkette gezeigt. Gisela und Ira Dentler haben sie initiiert und werden die Teile am Sonntag gegen Spenden verkaufen (siehe übernächste Seite). Karitative Night-Cuts zaubert Haarkünstler Werner Dussler in seinem Salon in der Deutschhausgasse: Er gibt die Einnahmen ebenfalls an die Aktion 100 000 weiter.

Das Programm können Sie sich auch als PDF runterladen (siehe unten).

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Kult(o)ur-Gebrauchsanweisung

Eintritt Das Kulturnacht-Eintrittsarmband kostet 10 Euro (ermäßigt 8 Euro). Es ist bei allen Veranstaltungsstätten erhältlich – oder an der zentralen Kasse auf dem Münsterplatz.

Freie Fahrt Die Besucherinnen und Besucher können sich nachhaltig durch die Nacht bewegen, dank des Aktionstags „Ohne Auto –
mobil“ können Busse und Bahnen im ganzen DING-Gebiet (Ulm, Neu-Ulm, Landkreis Neu-Ulm, Alb-Donau-Kreis Bereich Biberach) gratis genutzt werden. Der ÖPNV ist zur Kulturnacht auch durch extra Linienbusse dichter
getaktet. Detaillierte
Linienpläne gibt es im Programmheft, im
Internet und per Kulturnacht-App.

Neue Kulturnacht-App Für Smartphone-Nutzende gibt es das komplette Kulturnachtprogramm auch unterwegs. Die neu konzipierte App bietet interaktiv ausführliche Info zu allen Veranstaltungen und Tools zur persönlichen Routenplanung. Und sie gibt im Instagram-
Newsfeed Einblick in Veranstaltungen. So können unter #kulturnachtulm eigene Eindrücke gleich geteilt werden. Besucherinnen und Besucher sollen dazu animiert werden, Kulturpunkte zu besuchen, die sie vorher nicht geplant hatten. Die Kulturnacht-App ist in App-Stores bzw. im Google Play Store gratis erhältlich. Über die Homepage und mit der neuen App kann man sich eine indviduelle Kultur-Tour zusammenstellen.
www.kultur-in-ulm.de
www.kultur-in-neu-ulm.de

Kultur für Kinder Für Familien mit Kindern von 2 bis 12 Jahren beginnt die Nacht bereits am Nachmittag. Genau 20 Veranstaltungsorte lassen sich auf Kids ein. Ihre Beiträge sind auf den folgenden Seiten mit Sternchen gekennzeichnet. Kinder bis 12 Jahren haben in Begleitung eines Erziehungsberechtigten freien Eintritt.

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