Immobilienmarkt Neues Wahrzeichen am Ehinger Tor

Das zehnstöckige „Ypsilon“ sorgt vor allem mit seinem Turm für eine markante neue Optik am Verkehrsknoten.
Das zehnstöckige „Ypsilon“ sorgt vor allem mit seinem Turm für eine markante neue Optik am Verkehrsknoten. © Foto: Matthias Kessler
Ulm / Frank König 13.07.2018
Nach dem Richtfest startet Investor Volker Munk nun mit der Vermarktung der Kleinapartments und Wohnungen im „Ypsilon“.

Am Verkehrsknoten Ehinger Tor verleiht nun das neue zehnstöckige Gebäude „Ypsilon“ von Investor Volker Munk dem Quartier einen sehenswerten „räumlichen Abschluss“. Das sagte Baubürgermeister Tim von Winning am Donnerstag beim Richtfest vor etwa 130 Gästen aus Politik und Wirtschaft. Weil das Haus mit Handel, Dienstleistern und Wohnungen mehr Leben und soziale Kontrolle an diesen bisher „nicht mit Qualitäten gesegneten“ Standort gegenüber vom Universum-Center bringe, leiste es einen Beitrag zur „24-Stunden-Stadt“. Von Winning machte auch darauf aufmerksam, dass der Standort nach der zuletzt erfolgten Zusage für die Landesgartenschau 2030 eine zusätzliche Aufwertung erfährt.

Aus Sicht Munks hat die Lage am Ehinger Tor wesentliche Vorteile. Man könne von dort in zehn Gehminunten in die Stadtmitte gelangen, außerdem sei der Bahnhof nur eine Straßenbahn-Haltestelle entfernt. Man habe die Wohnungen in dem vom Architekturbüro Mühlich Fink entworfenen Ypsilon weg von der verkehrsreichen Nordseite angeordnet, viele hätten sogar Münsterblick. Entgegen dem Magirushof, der als einer der ersten Wohnkomplexe in diesem Umfeld direkt an der ICE-Strecke entstand, seien nicht nur schalldichte Fenster eingebaut worden – die natürlich zwischendurch geöffnet werden müssen –, sondern zudem eine innere Wohnraumlüftung.

Munk hatte das Grundstück der Installationsfirma Scheffler schon 2010 abgekauft und während der Planungszeit das Areal der „Kulturfahrschule“ zur Verfügung gestellt. Als der Gemeinderat dann die Aufstockung um drei Etagen verabschiedete, musste Munk neu planen und alle Hochhaus-Standards mit speziell gesicherten Aufzügen erfüllen. Kostenpunkt: 27 Millionen Euro.

Fertigstellung Anfang 2019

Das Bauunternehmen Matthäus Schmid (Baltringen), dessen Polier am Donnerstag auch den Richtspruch vorgetragen hatte, blieb mit leichten Verzögerungen wegen des kalten Winters in der vereinbarten Frist. Munk erwartet die Fertigstellung Anfang 2019. Obwohl die Vermarktung nicht offiziell begonnen hat, liegen vor allem für Gewerbeflächen, darunter auch Büros und Praxen, etliche Reservierungen vor. Von den 6300 Quadratmetern sei etwa ein Drittel vorreserviert. Die Wohnungen gehen nächsten Monat in den Verkauf. Es geht um 18 Micro-Apartments bis 35 Quadratmeter und 23 größere Wohnungen bis zu 175 Quadratmeter, teils mit großen Dachterrassen. Die Preise liegen zwischen 4000 und 5500 Euro pro Quadratmeter. Munk hatte es anfangs noch offen gelassen, ob er die Flächen vermietet oder verkauft. Jedenfalls stehen die ersten drei Nutzer im Erdgeschoss fest: die Sparkasse Ulm mit einer Filiale, die Bäckerei Betz mit Tagescafé und die SWU mit einer Anlaufstation fürs Fahrpersonal.

Die 2016 begonnenen Bauarbeiten am Verkehrsknoten verliefen nach Munks Worten nicht ohne Komplikationen. Man habe sich stets eng mit der Taskforce für die neue Straßenbahntrasse abgestimmt, die die Stadt in Atem halte: „Es klemmt an allen Ecken und Enden.“ Daher seien die Betonarbeiten vor allem samstags über die Bühne gegangen: mit einer „Armada“ von Betonmischern in Warteposition am Roxy (siehe auch Infokasten). Munk erinnerte noch scherzhaft daran, dass Passanten in der Baugrube schon prähistorische  Relikte gesichtet und gegenüber der Presse vermutet hatten, das Unternehmen wolle die archäologischen Funde einfach zuschütten. Es handelte sich aber um die oberen Enden von 24 Meter langen Bohrpfählen zur Sicherung des Untergrunds.

Munk hat sich in der Nachbarschaft mittlerweile auch mit dem Regionalen Ausbildungszentrum (RAZ) in der Schillerstraße angefreundet. Das RAZ kann die zweistöckige Ypsilon-Tiefgarage als Durchfahrt nutzen, um eine eigene neue Tiefgarage anzusteuern, die sonst nicht in dieser Form gebaut hätte werden können.

Alu-Hülle für „industrielle Haptik“

Haus Das Ypsilon wartet mit beeindruckenden Zahlen auf. In den umbauten Raum von 43.000 Kubikmetern passen 54 Einfamilienhäuser rein. Der sieben Meter tiefe Aushub entspricht etwa 1000 Lkw-Ladungen. Es wurden auch 930 Tonnen Stahl verbaut. Das Gebäude erhält noch eine Alu-Hülle. Stadtplanungschef Volker Jescheck attestierte dem Gebäude am Rande des Richtfests eine „industrielle Haptik“. Gebäudehöhe: etwa 35 Meter.

Firma Die Immobilienfirma Munk mit 23 Mitarbeitern ist einerseits als Maklerunternehmen tätig und vermittelt jährlich etwa 100 Objekte. Dazu kommt das Bauträgergeschäft. So baut Munk auch bei Gummi Welz.

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