Ulm Neues fördern, Altbewährtes bewahren

Breites Aufgabenspektrum: Bettina Brandez will in der Volkshochschule unter anderem auch weitere Dozenten für Arabisch finden.
Breites Aufgabenspektrum: Bettina Brandez will in der Volkshochschule unter anderem auch weitere Dozenten für Arabisch finden. © Foto: Lars Schwerdtfeger
LISA MARIA SPORRER 17.09.2016
Die Ulmer Volkshochschule hat eine neue Sprachen-Fachbereichsleiterin: Bettina Brandez will noch stärker interkulturell agieren.

Rund 60 000 Unterrichtseinheiten bietet die Volkshochschule (vh) im Jahr an. Allein 12 000 davon umfassen den Aufgabenbereich, den nun zum ersten September Bettina Brandez übernommen hat. Die 34-jährige Heidenheimerin leitet künftig die Fachbereichsleitung Sprachen, die bisher von Simone Seifert betreut wurde.

„Der Fremdsprachenbereich wird immer wichtiger bei uns“, sagt vh-Leiterin Dagmar Engels. Nicht nur auf Englisch soll das Programm in der Zukunft stärker ausgerichtet werden; auch bei weiteren Sprachen wolle man Akzente setzen. Beispielsweise seien bereits alle sieben Arabisch-Kurse ausgebucht. Besonders Französisch wird mit der neuen Sprachen-Leiterin ein stärkeres Gewicht bekommen.

Immerhin ist die Oberstudienrätin nicht nur mit einem Franzosen verheiratet, sie hat bisher neben Spanisch und Ethik auch Französisch am Hellenstein-Gymnasium in Heidenheim unterrichtet. Zudem arbeitete sie während ihres Studiums ein Semester lang als Sprachassistentin in der Normandie. Sie habe eine sehr internationale Ausrichtung, sagt Brandez, besonders in der Erwachsenenbildung müsse man interkulturell agieren können. „In Ulm gibt es eine große Vielfalt an Menschen.“

Nicht nur das sei ein Grund, warum der internationale Sprachbereich an der vh anders als in anderen Städten nicht rückläufig sei, sagte Engels. Besonders die gute langjährige Arbeit von Seifert sei mit dafür verantwortlich. Stets habe sie neue Angebote und neue Zeitfenster initiiert und darüber hinaus ganz genau hingehört, was die Menschen wollen.

„Ich habe vor, diese gute Arbeit fortzusetzen“, sagte Brandez, die die Zielgruppenorientierung noch weiter ausdifferenzieren will. Angedacht ist, nicht nur Zusatzveranstaltungen wie den Sprachentag und die Tage der Begegnungen wieder auszubauen, sondern auch neben dem Italienischen und dem Portugiesischen Stammtisch zudem einen Englischen und Französischen anzuregen.

Rund 20 Sprachen werden dieses Semester von der vh angeboten, in rund 300 Kursen. Als erstes aber wolle sie sich darum bemühen, für die besonders nachgefragten Sprachen wie Arabisch weitere Dozenten zu finden, sagte Brandez. „So richtig spannend wird es für mich dann, wenn es um das neue Kursprogramm geht“, das sie im Oktober erarbeiten wird. „Nach wie vor gilt aber bei uns: Neues fördern und Altbewährtes bewahren.“