Ulm Neuer Verein Stadtempfinden will lebendiges Ulm

Ulm / LYDIA BENTSCHE 24.06.2013
Kultur und Veranstaltungen in Ulm fördern und in einen fairen Dialog mit der Bevölkerung treten: Das möchte der am Sonntag gegründete Verein Stadtempfinden tun. Marcus Bühler wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Der Verein Stadtempfinden ist am Sonntag gegründet worden. Er möchte Kultur und Veranstaltungen in Ulm fördern, sich für ein lebendiges Ulm einsetzen und dabei als Schnittstelle zwischen Bürgern und der Stadtverwaltung agieren. 

Marcus Bühler, ein 43-jähriger Lichtplaner und Vertreiber von LED-Leuchten, der in der Ulmer Innenstadt wohnt, wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. "Wir haben zwölf Gründungsmitglieder, die viele aus dem Ulmer Abendleben kennen; aber keine Gastronomen", sagt er. "Es hätten sich gerne mehr Interessierte von Anfang an eingebracht, doch wir mussten das limitieren. Es tut uns leid, wenn ein paar enttäuscht sind, aber mehr als 30 Gründungsmitglieder wären unserer Meinung nach einfach zu viele gewesen."

Das Interesse am Verein liegt auch an der aktuellen Debatte um die Sperrzeiten am Schwörmontag. Für diese ist der Verein "Leben in der Stadt", bekannt als "Leise". Bühler betont aber, dass Stadtempfinden nicht gegen alles ist, was Leise macht, sondern in einen fairen und objektiven Dialog mit der Ulmer Bevölkerung treten will. "Sobald der Verein offiziell ins Vereinsregister eingetragen ist, möchten wir uns beim Oberbürgermeister und den Fraktionen vorstellen und unsere Ziele aufzeigen." Ideen für Aktionen, wie den Verein am Schwörmontag an Ständen vorzustellen, gibt es schon. Auch eine Webseite ist in Arbeit. Als Ziele nennt der Verein, ein transparentes Meinungsbild der Ulmer Bevölkerung zu schaffen und Konzepte für öffentliche Feste zu erarbeiten. So wollen sie dazu beitragen, die Probleme und Konflikte rund um das Thema Veranstaltungen in Ulm zu lösen.

Die zwölf Gründungsmitglieder haben am Sonntag im Mephisto-Café etwa zweieinhalb Stunden lang diskutiert, die Vereinssatzung angenommen, den Vorstand gewählt, Aufgaben verteilt und Fotos von sich machen lassen. Nun können - auch auf der Facebookseite des Vereins - alle Interessierten sehen, welche Köpfe hinter Stadtempfinden stecken. Die Vereinsgründung "lief besser und unkomplizierter, als ich es mir vorgestellt hatte", sagt Bühler. Denn er und die anderen hätten damit Neuland betreten. "Ganz toll finde ich die Gesprächskultur. Jeder lässt jeden ausreden, jeder wird angehört."

Neben Bühler gehören die 2. Vorsitzenden Bernd Schau und Boris Pätzold aus Ulm, der Kassier Frank Berger aus Ulm sowie der Schriftführer Torben Schuster aus Erbach zum Vorstand. Sie sind Mitte 30 bis Ende 40.

Vor etwa eineinhalb Wochen hatten Bühler und Schau auf Facebook die Seite "Stadtempfinden 'in Gründung'" erstellt. Für ihre Idee, einen Verein zu gründen, erhielten sie dort schnell Zuspruch.